William Butler Yeats

Eine Vision

Cover: Eine Vision
Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2014
ISBN 9783520138019
Gebunden, 334 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Axel Monte. William Butler Yeats, 1923 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, gilt als der bedeutendste irische Dichter, der in englischer Sprache schrieb. Um so erstaunlicher, dass eines seiner zentralen Werke bis heute nicht ins Deutsche übersetzt wurde: "A Vision", im Januar 1926 privat, 1937 in überarbeiteter Fassung für die Öffentlichkeit gedruckt. "Ich fühle mich dazu verleitet zu sagen, dass ich dieses Buch für das Buch meiner Bücher halte", sagte der Dichter selbst. "A Vision" ist die Kulmination von Yeats lebhaftem Interesse an okkulten und spirituellen Traditionen, die er als Quelle von Symbolen und Ideen der poetischen Tradition betrachtet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2015

Mit einer großzügigen Besprechung würdigt Rezensent Andreas Kilcher die nun endlich vorliegende deutsche Übersetzung von William Butler Yeats' Werk "Eine Vision", das in sein nur wenig bekanntes, kompliziertes esoterisches Denksystem einführe. Auch wenn der Kritiker gestehen muss, dass ihn Alex Montes Übersetzung nicht immer überzeugt, zudem eine erläuternde Einleitung schmerzlich fehlt, entdeckt er in diesem schönen, anspruchsvollen und persönlichen Werk wunderbare Gedichte, Prosa und philosophische Essays, die Yeats' Weltentwurf, in dessen Zentrum "28 Mondphasen" stehen und den er mit der Menschheitsgeschichte verknüpft, visualisieren und erläutern.  Zudem liest Kilcher hier, wie Yeats Frau Georgie jahrelang in hunderten von Sitzungen als Medium fungierte, in ihren Visionen okkultes Wissen empfing und selbst schöpferischen Anteil an Yeats Niederschriften hatte - was der Autor allerdings erst in einer zweiten Entstehungsgeschichte seines Werkes bekannte, so der Kritiker. Dieses Buch, das Yeats' Versuch, Literatur und Okkultismus in einem System miteinander zu verbinden auf wunderbare Weise darlege, hat der Rezensent mit Gewinn gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2015

Erfreut hat Rezensent Werner von Koppenfels das von Axel Monte erstmals verdienstvoll ins Deutsche übersetzte Buch "Eine Vision" des irischen Schriftstellers William Butler Yeats gelesen. Zwar zeigt sich auch der Kritiker durchaus irritiert von den Protokollen, die Yeats über ein Jahrzehnt hinweg von den Seancen seiner Frau machte, folgt aber dennoch interessiert den in einer Mischung aus indischer Weisheitslehre, Vorsokratikern, griechisch-christlicher Mythologie, englischer Romantik, Schopenhauer, Nietzsche und keltischen Märchen vorgetragenen Geheimnissen der Seele und Weltgeschichte. Darüber hinaus entdeckt der Rezensent hier neben poetischen Einlassungen, prosaische Teile, meist durchsetzt von antiquarischen Holzschnitten, geometrischen Figuren oder Tabellen. Zwar hätte sich der Kritiker ein Nachwort gewünscht, die zahlreichen Anmerkungen des Übersetzers erleichtern ihm die anspruchsvolle und gehaltvolle Lektüre aber deutlich.
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