Aus dem Japanischen von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold. Was brauchen wir für ein geglücktes Leben? Auf jeden Fall die Linse, durch die es geglückt erscheint. Sanaka Hiiragis Roman erzählt von der Schönheit des Lebens im Auge des Betrachters. Das Fotostudio von Herrn Hirasaka ist ein magischer Ort: Hier, an der Schwelle zum Jenseits, können die Besucher aus Fotografien ihren persönlichen Lebensfilm zusammenstellen. Hirasaka bietet dabei einen besonderen Service: Jeder Besucher erhält die Möglichkeit, zu einem bestimmten Moment seiner Vergangenheit zu reisen und eins der Fotos aufzufrischen. Ob eine einstige Erzieherin mit blasser Erinnerung ans Nachkriegs-Tokio, ein ermordetes Yakuza-Mitglied, das glaubt, nichts als eine bedauernswerte Schneise der Verwüstung hinterlassen zu haben, oder ein Mädchen aus perspektivlosen Verhältnissen - ihnen allen zeigt Hirasaka: Das Leben ist doch wunderschön, man muss nur im richtigen Moment hinsehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2024
Sanaka Hiiragi greift in ihrem "bezaubernden Büchlein" laut Rezensent Steffen Gnam den japanischen Trend zur selbstbestimmten Ausgestaltung des Sterbens auf. Er übersetzt es in einen Plot um den Erinnerungsfotografen Hirasaka, der unlängst Verstorbene in einer Zwischenwelt empfängt, ihnen Fotografien aus ihrem Leben vorlegt und ihnen schließlich dabei hilft, eine vergangene Fotografie via Zeitreise neu aufzunehmen, so Gnam, der einige dieser Zeitreiseepisoden beschreibt, die unter anderem in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückführen. Insgesamt gelingt es Hiiragi, ihre parabelhafte Jenseitserzählung mit einer "Poesie der Übergänge" und einem Gespür für die Vielfalt und Kontingenz menschlicher Lebenswege aufzuladen, lobt der Kritiker.
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