Sara Mesa

Quasi

Cover: Quasi
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783803133212
Gebunden, 144 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Alles beginnt im Spätsommer, in einem Park. Als er plötzlich vor ihr steht, fühlt sie sich überrumpelt. Quasi ist "quasi vierzehn" und schwänzt nicht zum ersten Mal die Schule. Der Alte ist freundlich, schüchtern fast, gar nicht wie die anderen Männer, denen sie schon begegnet ist. Am nächsten Tag kommt er wieder. Der Alte liebt nichts mehr als Vögel und die Musik von Nina Simone, arbeiten will er nicht. Quasi glaubt, allein zu sein in der Welt, die Gleichaltrigen sind ihr fern und fremd. Sie findet sich uninteressant, wäre gern abenteuerlustiger, vielleicht verführerischer. Den Alten scheint das nicht zu kümmern. Aber was steckt dann hinter den "falschen Verdächtigungen", von denen er erzählt? Tage und Wochen vergehen so: redend und schweigend im Gebüsch, und zugleich wächst die Gefahr, entdeckt zu werden - von den Eltern, der Schulbehörde oder anderen Parkbesuchern. Quasi weiß, dass etwas passieren muss.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2020

Rudolf von Bitter erzählt den Plot des Romans, als müsse er sich selbst vergewissern, was genau hier abläuft, mit welcher Konstellation man es mit dem Mädchen und dem alten Mann zu tun hat, und um welche Art von Macht zwischen einer Schulschwänzerin und einem scheuen alten Mann es geht. Vielleicht um die Macht der "Unterlegenen", mutmaßt er, die plötzlich verstehen und ein Vakuum füllen? Ihm gefällt, dass die sich daraus ergebenden Handlungen und sogar ein Prozess und sein Danach "zurückhaltend erzählt" werden. Die Übersetzung aus dem Spanischen bezeichnet der ansonsten seltsam zögerlich Kritiker ausdrücklich als "gelungen", bleibt ansonsten aber eher kryptisch, wenn er schließt, dass sich "Gedanken machen darf", wer dies liest.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2020

Rezensentin Elena Witzeck schätzt an diesem kleinen Roman von Sara Mesa die lyrische, rhythmische Sprache und die feinen Nuancen. Außerdem gefällt ihr der tastende Duktus des Textes, der nie zuviel verrät, wie Witzeck schreibt. Die Geschichte der verschwörerischen Beziehung zwischen einem Mädchen und einem alten Mann, beides Außenseiter, besticht laut Rezensentin ferner durch die forschende Perspektive des Kindes und die Ahnung von einem katastrophischen Kern des Ganzen.

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