Saul Hornfeld war 14 Jahre alt, als er und sein Bruder von der SS nach Auschwitz verschleppt wurden. Dort, an der berüchtigten Rampe, selektierte der Arzt Dr. Arnold Dohmen eine Gruppe jüdischer Jungen und ließ sie ins Konzentrationslager Sachsenhausen bringen. Er nutzte sie als Versuchsobjekte für seine Hepatitisforschung und infizierte sie mit Bakterien. An zwei Kindern, auch an Saul Hornfeld, nahm er eine lebensgefährliche Leberpunktion vor. Durch die Hilfe von Mithäftlingen und getragen von seinem tiefen Glauben überlebte Saul Hornfeld (später: Oren). In Frankreich lernte er die Freude am Leben wieder, doch erst als Erwachsener in Israel fand er seine Wurzeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.01.2006
"Wirklicher als die Wirklichkeit" findet Dagmar Pöpping die Erinnerungen von Saul Oren-Hornfeld, der darin die Zeit seiner Inhaftierung im KZ Sachsenhausen beschreibt. Oren-Hornfeld wurde vom Hepatitisforscher Arnold Dohmen in Sachsenhausen zu Experimenten benutzt. Pöpping verspürt beim Autor, der die Shoa mit religiösen Bildern als "symbolisches Geschehen" deutet, das Bedürfnis, dass die an ihm vergangenen Verbechen endlich gesühnt werden. Er beabsichtige, dass die Leser seine "Ohnmacht" spüren gegenüber der ausbleibenden Verurteilung der NS-Tätergeneration - Arnold Dohmen ist nach dem Krieg von einem deutschen Gericht freigesprochen worden.
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