Aus dem Jiddischen übersetzt und mit einem Nachwort von Armin Eidherr. "Wenn ich einmal reich wär'", singt der Milchmann Tewje im Musical "Anatevka", das auf Scholem Alejchems jiddischem Schicksalsroman basiert. Arm an Geld, reich an Kindern, träumt Tewje von einem erfüllten Leben ohne Entbehrungen und Demütigungen. Doch das Schicksal will es anders und stellt seinen Glauben auf eine schwere Probe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2003
Jakob Hessing ist angetan von dieser Erzählung, deren Geschichte auch schon im Musical "Anatevka" wiedergegeben wurde. Die literarische Vorlage besitzt jedoch im Vergleich viel größere Qualitäten, findet Hessing. Während im Musical "nostalgische Schtetl-Romantik vermarktet wurde", stecke hinter Scholem Alejchems Geschichte "der tragische und zugleich komische Lebensbericht eines Mannes, der mit dem Niedergang seiner Familie auch das Ende einer ganzen Kultur beschreibt". Die hier zusammengefassten Geschichten hat der Autor über einen Zeitraum von zwanzig Jahren geschrieben, von 1895 bis 1916, und in jeder geht es um den Werdegang einer Tochter: die eine heiratet einen Revolutionär, eine andere flieht mit einem Bankrotteur nach Amerika. Nach Meinung des Rezensenten sind Alejchem dabei auch "Abbildungen historischer Vorgänge" gelungen: "der kollektive Charakter der hier beschriebenen Schicksale wird deutlich", dem Autor gelinge es, die persönliche Ebene seiner Protagonisten zu verlassen. Zudem haben die Geschichten eine eigene "jüdische Färbung", findet der Rezensent, und die habe der Übersetzer Armin Eidherr gut herausgearbeitet.
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