Das einstmals reiche Bilderuniversum des Detektivfilms ist nur noch in Bruchteilen vorhanden: die meisten Filme sind ein für allemal verlorengegangen. Die filmarchäologische Spurensuche dieses Buches führt in zahlreiche Archive in Deutschland, im europäischen Ausland und nach Amerika. Sie ergab hinreichend Materialfunde, um anhand von exemplarischen Fällen eine Übersicht, Analyse und Deutung dieses Genres zu erstellen. Aus dem Inhalt: Themen, Typen, Topoi - Der Fundus Kriminalliteratur / Die Anfänge der europäischen Detektivfilms / Ästhetisch-soziale Struktur des deutschen Detektivfilms vor 1913 / "Nick Carter, Kino und Berliner Mietshäuser, diese triviale Dreiheit gehört zusammen!" - Zeitgenössischer Diskurs der Detektivfilms / Der deutsche Detektivfilm der Kriegsjahre / Detektivfilm und Weimarer Kino.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2004
Thomas Meder lobt die Bodenständigkeit Sebastian Hesses: "Seine Untersuchung zum Detektiv im frühen deutschen Kino stellt die archivarische Bestandsaufnahme ins Zentrum" und verzichtet auf die Theorie-Kür, die der Rezensent einerseits befürchtet, andererseits aber vielleicht nur sich selber vorbehalten will. So entwirft er einen Zusammenhang zwischen dem Kino, seinem Publikum und den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, bringt "Zusammenhänge von Bild, Tod und Technik" ins Spiel, nur um dann aufatmend zu registrieren, dass Hesse auf dergleichen verzichtet. Dafür wird die hervorragende Materialkenntnis des Autors hervorgehoben, als Grundlage für eine historische Kategorisierung des Detektivfilms mit Rückschlüssen auf den Kinogänger des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Eine Lücke in der Filmforschung ist hiermit vorbildlich geschlossen worden, lobt der Rezensent.
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