Die rot-grüne Bundesregierung hat in ihrer siebenjährigen Amtszeit das Instrumentarium einer aktiven Außen- und Sicherheitspolitik in allen Bereichen verstärkt und ausgebaut. Mit ziviler Prävention und militärischer Handlungsfähigkeit sollte der Stabilitätsgürtel um Deutschland und die Europäische Union erweitert und gesichert werden. Doch die Regierung unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer fand unter dem Druck internationaler Ereignisse wie der Kosovo-Krise, dem 11. September und dem Irak-Konflikt nicht zu einem roten Faden ihrer Außen- und Sicherheitspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2008
Dieser Band von Sebastian Sedlmayr gibt dem Rezensenten Rätsel auf. Werner Link hilft es auch nichts, die Interpretation des Autors für uns noch einmal zusammenzufassen. Fragwürdig bleiben für ihn die Liaison politikwissenschaftlicher Terminologie und salopper Ausdrucksweise, die "handgestrickten Definitionen", der Umstand, dass der Leser wenig Neues erfährt, vor allem aber die von Sedlmayr vorgeschlagene Definition von "aktiver Außenpolitik" als einer zielgerichteten globalen Einflussnahme. Die nämlich, setzt uns Link plausibel auseinander, beraubt die Bilanz des Buches, derzufolge die rot-grüne Außenpolitik zu einer aktiven Außen- und Sicherheitspolitik zurückgekehrt sei, am Ende ihrer Schlüssigkeit. Dann nämlich, wenn der Autor die inneren Widersprüche zwischen Konzepten und umgesetzter Politik von Rot-Grün schildert und den Mangel an Koordination kritisiert. Aktiv, mit Sedlmayr also planvoll, kann Link eine solche Politik nicht finden, eher reaktiv.
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