Aus dem Japanischen von Luise Steggewentz. Ein unvergesslicher Held und seine abenteuerliche Reise durch Japan. Japan 2011, kurz nach dem Tōhoku-Erdbeben: Viele Existenzen sind zerstört, das Leben der Menschen nicht mehr so, wie es einmal war. Neben einem Convenience Store nahe der japanischen Alpen findet der junge Kazumasa einen herrenlos streunenden Schäferhund, der ihm nicht mehr von der Seite weicht. Er findet heraus, dass der Hund Tamon heißt. Tamon bereitet vor allem Kazumasas an Demenz erkrankter Mutter große Freude. Doch dann wird Kazumasa Opfer einer Bande und Tamon zieht es nach Süden, auf einer Reise durch atemberaubende Landschaften, in denen er einem Dieb, einer Prostituierten, einem jungen Paar und einem Jäger begegnet. Alle, die Tamon treffen, werden von dieser Begegnung verändert, während Tamon nie lange verweilt, um weiter zu reisen - bis er am Ende, tief im Süden, sein Ziel erreicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2022
Bewegt hat Rezensent Steffen Gnam diesen Roman des japanischen Autors Seishu Hase gelesen, den er als herrlich "leise Resilienz-Erzählung" empfiehlt. Erzählt wird die Geschichte des Hundes Tamon, der nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall durch die Region Tohoku von Herrchen zu Herrchen streunt, zu Landwirten, Kleinkriminellen, Außenseitern und Gestrandeten und jenen Trost spendet. Das Politische spielt in dieser "tierliterarischen Queste" keine besonders große Rolle, der Buddhismus, aber auch Verweise auf die westliche Kultur umso mehr, informiert der Kritiker. Und Einblicke in Themen der japanischen Gesellschaft wie Geburtenrückgang oder Landflucht erhält er hier auch.
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