Aus dem Japanischen von Martina Berlin. Die japanische Autorin befasst sich in ihrem Debütroman mit einem heiklen Thema, denn nicht nur in Japan haben Gewalttaten von Heranwachsenden in den letzten Jahren heftige Diskussionen um die Entstehung von Gewalt, deren Prävention und die gesellschaftliche Verantwortung ausgelöst.
Rezensent Kolja Mensing warnt den potenziellen Leser dieser verstörenden Geschichte, dass es auf jeden Fall starke Nerven braucht, um die Lektüre durchzustehen, denn vor allem der letzte Teil des Buches ist eine echte Gewaltorgie. Mensing sieht das Buch in der Tradition von Bret Easton Ellis, gesteht ihm aber gleichzeitig ein Eigenständigkeit zu, die viele der von "American Psycho" inspirierten Romane nicht gehabt hätten. Denn der Roman ist auf der Metaebene auch ein interessanter Kommentar zur japanischen Gesellschaft, die in den letzten 20 Jahren einen großen Verlust an Sicherheiten erlebt hat, und wurde dementsprechend in seinem Entstehungsland heftig diskutiert. Diese Debatte sieht Mensing auch als Grund, dass man hierzulande überhaupt auf den Roman aufmerksam geworden ist. Das allerdings ist besser als nichts, denn japanische Gegenwartsliteratur hat er abgesehen von Haruki Murakami und Banana Yoshimoto schwer. Allein schon deswegen ist dieses Buch seiner Meinung nach begrüßenswert.
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