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Shareen Blair Brysac

Mildred Harnack und 'Die rote Kapelle'

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau und einer Widerstandsbewegung
Cover: Mildred Harnack und 'Die rote Kapelle'
Scherz Verlag, Augsburg 2003
ISBN 9783502180906
Gebunden, 512 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Kochmann. Mildred hatte ihren Mann Arvid Harnack in Amerika kennen gelernt und war ihm nach Deutschland gefolgt. Für die Freunde unverständlich, war Arvid der NSDAP beigetreten und hatte einen bedeutenden Posten im Reichswirtschaftsministe-rium übernommen. Erst 1942 entdeckten die Nazis, dass er und seine Frau Juden und politischen Dissidenten zur Flucht verholfen und für die Rote Kapelle wesentliche Informationen an die Sowjetunion und die USA weitergegeben hatten. Arvid wurde am 22. Dezember 1942 gehängt. Diese erste umfassende Biografie Mildred Harnacks, die u.a. auf vielen bisher geheimen Akten und Dokumenten basiert, wirft gleichzeitig ein neues Licht auf die Rote Kapelle, deren Mitglieder im Westen lange lediglich als sowjetische Spione galten, während sie in der DDR als Helden gefeiert wurden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.11.2003

Shareen Blair Brysacs "vielschichtige, einfühlsame Lebensbeschreibung" Mildred Harnacks hat Rezensent Volker Ullrich tief beeindruckt. Eine Würdigung der 1902 in den USA geborenen Harnack, die 1943 als Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle in Berlin-Plötzensee enthauptet wurde, stand bislang aus. Um so erfreuter zeigt sich Ullrich darüber, dass Brysac nach sechsjähriger intensiver Recherche in Archiven und der Befragung zahlreicher Zeitzeugen eine Biografie Harnacks vorlegt, die ihr endlich den ihr gebührenden Platz in der Geschichte des deutschen Widerstands einräumt. Die ausführlich wiedergegebenen Gespräche mit Zeitzeugen ermöglichten es dem Leser, Harnack aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennen zu lernen. Ullrich hebt hervor, dass Brysac auf jede Heroisierung Harnacks verzichtet. Die Autorin zeige vielmehr, "mit welchen inneren Kämpfen, Ängsten und Zweifeln der risikoreiche Schritt in den Widerstand verbunden war und wie viele quälenden Kompromisse er allen, die sich dazu entschlossen, abverlangte". Gerade deswegen empfindet der Rezensent Brysacs "ergreifendes Porträt" als ein "Zeugnis der Wahrhaftigkeit."