Wohl so früh und konsequent wie kein anderer Gelehrter in Deutschland hat Siegfried Landshut die Politische Wissenschaft aus ihrer eigenen, mehr als zweitausend-jährigen Tradition heraus wiederzubegründen versucht, Politik - das war nicht nur eine ältesten Wissenschaften, sie war für Landshut auch die im aristotelischen Sinne königliche Disziplin, diejenige, die die bestimmenden Fragen des menschlichen Miteinanderlebens zum Thema hat und die sich als praktische Wissenschaft an einem Zweck orientiert: am Gemeinwohl. Mit seinen rückwärts aufklärenden Studien versucht Landshut die Augen zu öffnen für ein derartiges, heute weithin verschüttetes Politikverständnis, das nichts mit "Kampf um Macht", das nichts mit bloßer Verwaltung und Sicherung des Lebens zu tun hat, sondern weit darüber hinaus reicht, gerichtet auf die Freiheit der Menschen, auf deren gutes Zusammenleben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2005
Freudig nimmt Peter Jochen Winters diesen Band auf, der Schriften des heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Politikwissenschaftles Siegfried Landshut versammelt. Landshut gehörte nicht nur 1945 zu den Gelehrten um Fraenkel, Voegelin, Bergstraesser, Abendroth und Eschenburg, die die Politikwissenschaft als eigenständige Disziplin an den deutschen Universitäten etablieren wollten. Bereits 1928 hatte er - vergeblich - versucht, mit einer Kritik der Soziologie in der Politologie zu habilitieren, berichtet der Rezensent. 1933 wurde seine zweite Habilitation schon nicht mehr weiterverfolgt und Landshut als jüdischer Gelehrter von der Hamburger Universität vertrieben. Erst 1951, nach siebzehn Jahren im Exil, erhielt er einen Lehrstuhl. Die vorliegende Auswahl nun umfasst nach Informationen des Rezensenten Landshuts beide Habilitationsschriften, eine in Palästina entstandene Kibbuz-Studie und Arbeiten zu Marx, Tocqueville und Weber.
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