Berlin-Ost 1976: Wolfgang ist 16 Jahre alt. Das Theater um Klausuren und Aufnahmegespräche für die Humboldt-Universität hat er relativ gelassen überstanden. In zwei Jahren wird er als Schüler einer mathematisch-physikalischen Spezialklasse an diesem erlesenen Institut sein Abitur ablegen. Gleich am ersten Tag beginnt die Freundschaft zu Matti, Wolfgangs Zimmergenosse im Studentenwohnheim. Sie gehen in dieselbe Klasse, diskutieren über Glauben, Philosophie und Politik. In der gemeinsamen Wohnung lebt auch Gerd Förster, Bruce genannt. Bruce ist eine Legende: Schon als Dreizehnjähriger war er Preisträger der internationalen Mathematikolympiade. Er glaubt an die absolute Wahrheit von Leistung und Erkenntnis. Doch sowohl für Matti als auch für Bruce wird mit diesem Schuljahr die Zeit an der Elite-Uni ein vorzeitiges Ende haben...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001
Jungsein in der DDR der Siebziger? Wenn die Lebens- und Geisteshaltung des Autors "weit entfernt" ist vom "versöhnlichen Fazit" eines Thomas Brussig, so erscheint das der Rezensentin alles andere als nachteilig. Die schmerzlichen Erfahrungen mit der DDR, die die Helden dieses autobiografischen Romans schließlich "illusionslos und beschädigt" zurücklassen, sind ihr offenbar lieber, zumal Spannung und Komik auch nicht vollkommen ausgeblendet sind. Deutlich wichtiger aber ist Roswitha Budeus-Budde die "analytische und intellektuelle Schärfe" des Ganzen, "die alle nostalgischen Gefühle verhindert."
Dieser Roman über zwei "hochbegabte Halbstarke" in Ost-Berlin 1976 hat alles, was zu einer "flotten" Schulgeschichte gehört, schreibt Evelyn Finger: schrullige Lehrer, erster Liebe, erste Gedichte. Aber es ist auch ein "Entzauberungsbuch über das Wunderkindland DDR", meint die Rezensentin. Denn immer wieder stoßen die zwei Mathematikgenies an die Grenzen des sozialistisch korrekten Alltags. Sie sind einfach zu schlau, "zu neugierig, spitzfindig, unverbogen", schreibt Finger, die das Buch offenbar mit Vergnügen gelesen hat.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…