Während ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau macht Silke Ohlmeier eine höchst unangenehme Erfahrung: extreme Langeweile. Ihre Umgebung reagiert belustigt bis kopfschüttelnd: Halb so wild, muss man halt durch, heißt es meistens. Doch stimmt das wirklich? Gelegentliche Langeweile gehört zum Leben, das ist richtig. Aber sich chronisch zu langweilen, ist nicht einfach nur lästig, sondern ein gesellschaftliches Problem. Die Autorin und Langeweileforscherin entwirft eine radikal neue Perspektive auf ein altbekanntes Gefühl im Kraftfeld von Kapitalismus, Patriarchat und sozialer Ungleichheit.
Rezensentin Maike Albath lässt sich gerne von Silke Ohlmeier zu Überlegungen über die Langeweile anregen: Momenthafte Langeweile wie in uninteressanten Schulkontexten wird ebenso beleuchtet wie die chronische Form, bei der das Gefühl von ennui das Leben völlig einnimmt. Was das für eine Gesellschaft bedeutet, wenn sich Produktivitätszwang und sinnlose Arbeiten gegenüberstehen, schlüsselt die Autorin für den Rezensenten bis auf wenige Momente und sprachliche Schnitzer überzeugend auf. Ganz und gar nicht langweilig, sondern lesenswert, befindet er.
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