Aus dem Englischen von Susanne Luber. Ludwig Horace Holly lebt zusammen mit Leo, dem Sohn seines verstorbenen Freundes als Privatgelehrter in Cambridge. In einem von seinem Vater ererbten Koffer entdeckt Leo eine geheimnisvolle Tontafel, auf der die Legende des ägyptischen Priesters Kallikrates verzeichnet ist: Kallikrates floh 339 v. Chr. mit seiner Geliebten, der Prinzessin Amenartes, aus Ägypten. An der südafrikanischen Küste, in der Nähe einer Flussmündung, läuft ihr Schiff auf Grund. Eingeborene retten sie und bringen sie zu ihrer weißen Königin, die sich unsterblich in Kallikrates verliebt. Als dieser sie zurückweist, tötet sie ihn in einem Eifersuchtsanfall. Leo, als ferner Verwandter des Kallikrates, soll nun diesen Mord rächen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Hans Ulrich Gumbrecht macht es sich nicht leicht. Sogar Foucaults Mythologieverständnis fährt er auf, um diesen genretreuen viktorianischen Schmöker von Sir Henry Rider Haggard zu verreißen. Nicht nur hat Gumbrecht es seiner Meinung nach mit einem mundfaulen Autor zu tun, der bevorzugt in Formeln spricht und dem Rezensenten positiv allenfalls durch die popularisierende Kombination von "mystery novel" und Mythologie auffällt, die vielverheißende titelgebende "Sie" entpuppt sich im Verlauf der Geschichte auch noch als keusch. Gumbrechts Antwort auf die Frage, warum Romane wie diese, die er allenfalls für die proseminaristische Verwurstung (z. B. über rassistische Wertungen im Viktorianismus) geeignet hält, überhaupt auf den Markt kommen ("Anscheinend lässt die Literatur unserer eigenen Gegenwart sehr viel zu wünschen übrig."), ist dagegen eine kühne Vermutung.
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