Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler. 2 Bände im Feinkartonschuber. Slavko Grum war der erste slowenische Autor, der die Erkenntnisse der Psychoanalyse literarisch nutzte, Verfremdungen, Wechsel von Perspektiven und zwischen umgangssprachlichen, expressiven, surrealen sowie traumhaften Sequenzen sind typisch für seine Texte. Zu Lebzeiten fast übersehen, wurde der Prosaist und Dramatiker ab den späten 1950er Jahren wiederentdeckt. Heute gilt er als einer der eigenwilligsten und bedeutendsten slowenischen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit: Mehrere Werkausgaben haben ihn als Klassiker der slowenischen Literatur etabliert, der wichtigste slowenische Dramenpreis ist nach ihm benannt, der fiktive Ort Goga, Schauplatz seines berühmtesten Theaterstücks, genießt in Slowenien geradezu sprichwörtliche Berühmtheit. Im deutschsprachigen Raum ist der Autor trotzdem lange Zeit unbekannt geblieben. Nach einer Ausgabe der Prosa im Jahr 2006 ("Das weiße Asyl", Edition Thanhäuser) liegen nun auch Slavko Grums vier erhaltene Dramen erstmals in deutscher Übersetzung vor. Die Werkausgabe enthält die Theaterstücke "Pierrot und Pierrette", "Müde Vorhänge", "Der Rebell", "Das Ereignis in der Stadt Goga" und in überarbeiteter Übersetzung die 27 literarischen Prosatexte sowie Einführungen und Literaturapparate, nicht aber die Briefe und Vorträge Grums.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.10.2023
Rezensent Jörg Plath freut sich, dank einer buchmessebedingten Übersetzung nun den slowenischen Zwischenkriegs-Autoren Slavko Grum entdecken zu können. Dieser war dichtender Arzt, den Drogen nicht abgeneigt und zu Lebzeiten ohne Buchveröffentlichung völlig unbekannt, erzählt er. In dieser Werkausgabe beeindruckt Plath vor allem das Drama "Das Ereignis in der Stadt Goga", das von den Wechselwirkungen von Liebe und Gewalt erzählt und dabei tiefdüster und schonungslos den Suizid in den Blick nimmt. Ähnlich verhält es sich dem Kritiker zufolge mit den Erzählungen, die sich ebenfalls vielfach dem Selbstmord widmen und einen genauen Blick auf "Elend und Sinnlosigkeit" werfen. Beeindruckend, auch wenn die Lektüre einem fröhlichen Gemüt nicht allzu zuträglich sein dürfte, hält er abschließend fest.
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