Alenka Zupančič' Buch ist klarste Darlegung davon, warum die Psychoanalyse das Fundament der Philosophie erschüttert. Wissen und Sexualität sind beide von einer grundlegenden Negativität in ihrem Innern strukturiert, und diese Negativität verbindet sie miteinander in dem, was die Psychoanalyse "Unbewusstes" nennt. Das mit Sexualität verbundene Unbewusste wird in Zupančič' Darlegung zum Begriff einer unschließbaren Lücke im Wissen, das so zu einer ebenfalls lückenhaften Ontologie, einem Denken des Seins in seiner Inkonsistenz führt.
Jakob Hayner staunt nicht schlecht, was die slowenische Philosophin Alenka Zupancic alles über Sex herausfindet. Mit den Werkzeugen der Psychoanalyse, mit Freud und Lacan gelangt sie laut Hayner zu der überraschenden Feststellung, dass Sex eine Art Ausnahmezustand der Natur ist. Für Hayner im Hinblick auf Identitätsfragen keine banale Erkenntnis. Das Buch bietet ihm nicht nur eine "Neuinterpretation der sexuellen Differenz", sondern auch einen anderen Blick auf den Todestrieb und die Liebe. Was Philosophie vermag, alltägliche Vorstellungen auseinandernehmen, demonstriert die Autorin für Hayner hier vorbildlich.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…