Solvej Balle

Über die Berechnung des Rauminhalts II

Roman
Cover: Über die Berechnung des Rauminhalts II
Matthes und Seitz, Berlin 2023
ISBN 9783751809276
Gebunden, 191 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Gefangen in einer Zeitschleife erlebt Tara Selter immer denselben Tag, während es für alle anderen Menschen, denen sie begegnet, ein immer neuer Anfang ist. Nachdem ein Jahr voller Achtzehnter-November-Tage weder einen Wiedereinstieg in die Zeit noch eine Rückkehr in das Zusammenleben mit ihrem Ehemann Thomas ermöglicht hat, fühlt sich Tara niedergeschlagen und richtungslos. Es ist ständig Herbst, sie sehnt sich nach Frühlingssonne und warmen Sommerabenden, nach Schnee und Weihnachten. Um die Jahreszeiten zu rekonstruieren, begibt sie sich in der stillstehenden Zeit auf Reisen durch den Raum. Im hohen Norden findet sie den Winter, in Südfrankreich Frühling und Sommer, den Herbst verbringt sie in Köln und Düsseldorf. Es entsteht ein wundersames Reisebuch und eine Jahreszeitensammlung, in der ein ganzes Jahr in einem einzigen Datum gerinnen kann. Eine römische Münze, die sie in Paris gekauft hat, wird Tara zum Sinnbild des stehengebliebenen Augenblicks. Als sie tiefer in die antike Geschichte eintaucht, in der sie ihr eigenes Schicksal gespiegelt sieht, trifft sie in einem Café einen Mann, der ebenfalls im achtzehnten November feststeckt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.08.2024

Schon den dritten Band dieser Romanreihe hat Solvej Balle vorgelegt und wie in den vorherigen beiden Bänden kann Kritiker Carsten Hueck wieder von Tara lesen, der Protagonistin, die nun schon 1.144 Tage jeden Morgen am 18. November aufwacht. In diesem Band aber trifft sie zum ersten Mal auf einen Leidensgenossen: Henry Dale steckt ebenfalls in dieser Zeitschleife fest, es entspannt sich eine enge Beziehung zwischen den beiden, ohne dass sie ein Paar werden, so Hueck. Ihm gefällt, wie Balle in sehr konzentrierter Weise über die großen Fragen nach dem menschlichen Dasein stellt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.01.2024

Nun liegt schon der zweite Band von Solvej Balles Romanreihe vor, in der es um Tara geht, die Protagonistin, die sich in einer Zeitschleife befindet und jeden Tag aufs Neue den 18. November erlebt, berichtet Kritiker Carsten Hueck. Schon ein Jahr befindet sie sich in dieser Situation, erfahren wir, langsam findet sie sich darin halbwegs zurecht, trotz Verwirrungen: Ihre handschriftlichen Notate bleiben über Nacht erhalten, im Computer Geschriebenes nicht. Balle beschreibt das Leben ihrer Protagonistin präzise und genau und schafft dabei einen "Sound der Stille" und ermöglicht es dem überzeugten Hueck, seine eigene Wahrnehmung und sein Zeitgefühl auf kluge Weise zu hinterfragen, wie er schließt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.10.2023

Rezensent Carsten Hueck liest den zweiten Band von Solvej Balles Romanserie mit Staunen. Auch ohne Physikkentnisse, beteuert er, kann der Leser der mit der in einer Zeitschleife gefangenen Protagonistin mitfiebern bzw. dem Pragmatismus folgen, mit dem sie ihren Alltag des Immergleichen gestaltet. Hueck selbst gerät beim Lesen in eine faszinierende Meditation über Existenz und Zeit. Die Ruhe und das Repetitive des Textes erinnert ihn an Jon Fosse. Langweilig wird es nie, versichert er.

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