Aus dem Norwegischen von Elke Ranzinger. Ein Krieg geht zu Ende. Irgendwann. Irgendwo. Menschen irren durchs Land. Vertrieben aus Häusern, Dörfern, Lagern. Wie der siebzehnjährige Junge, dessen Schulterblätter wie Flügelstummel aus dem Rücken stehen. Er hat es geschafft zu entkommen. Dem Todesmarsch, dem Örtchen Welcherweg und auch der jungen Aneska, die ihn anstelle ihres im Krieg verschollenen Ehemanns bei sich behalten wollte. Nun folgt er seinem inneren Kompass in Richtung Nord, wo er einmal zu Hause war. Unterwegs begegnet er einem anderen Jungen, auch er mit einer tief eingegrabenen Geschichte, deren Geheimnis er unter der zerschlissenen Kleidung trägt. Ohne Hoffnung und ohne Ziel schließt er sich dem Erzähler an, und eine gewisse Zeit bewegen sie sich gemeinsam durch die von Schönheit und Zerstörung gleichermaßen bestimmte Landschaft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.12.2022
Beklemmungsgefühle überkommen Rezensent Rainer Moritz bei der Lektüre von "Nord": Ein ziemlich verloren wirkendes Trio begibt sich auf den Weg durch ein noch verlasseneres Gebiet. Allerhand menschliche Katastrophen scheinen sich bereits ereignet zu haben, dunkel und schrecklich ist die Atmosphäre für den Rezensenten. Diese Handlung werde wieder und wieder durch den Ich-Erzähler unterbrochen, der über seine Vergangenheit sinniert. Moritz ist froh, dass Lindstrøm hier nichts Definitives preisgibt, sondern die düstere Stimmung für sich sprechen lässt.
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