Man bekommt immer, was man verdient. Wien, heute: In der Silvesternacht wollen Anna und ihre Freund:innen das alte Jahr rituell verabschieden. Dazu sollen sie ihre Tiefpunkte auf therapeutische Steine schreiben und später in die Donau werfen. Doch weil sich mit Drogen und Feuerwerk doch nicht alles betäuben lässt, brechen nach und nach Lügen, Misstrauen und Gewalt hervor. Dann reißt ein ungebetener Gast alles mit, woran sich Anna und ihre Freund:innen festgehalten haben.
Rezensentin Sophia Zessnik bekommt mit dem Debütroman von Sophia Fritz ein überzeugendes Porträt der Generation Z. Erschreckend findet Zessnik zu sehen, wie sich die Figuren im Buch, woke, reflektierte Zwanzigjährige, schon mit allen Fährnissen des Lebens - Depressionen, kaputten Beziehungen, Tod - abgefunden zu haben scheinen. Die an einem Jahreswechsel kulminierende Geschichte um eine Handvoll Freundinnen klingt zwar nach Telenovela, meint Zessnik, ist aber das gelungene Bild einer Generation, das in gekonnten Umschreibungen (weniger durch Handlung) Stimmungen und die Haltung der Figuren transportiert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.09.2021
Rezensentin Meike Fessmann geht es zu gewollt explosiv zu im Debütroman der Drehbuchautorin Sophia Fritz. Die Erzählung über ein aus dem Ruder laufendes Freundestreffen in einer Wiener Villa ist für Fessmann in ihren besten Momenten ein satirisches Generationenporträt, in ihren schlechten wirkt sie aber bloß effekthascherisch, auf cool und hart getrimmt. Wie Fritz den nach Exzessen lechzenden Ennui ihrer Figuren inszeniert, überzeugt die Rezensentin letztlich nicht. Etwas mehr Ruhe und Nachdenklichkeit hätten dem Text nicht geschadet, findet Fessmann.
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