Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. Während die theoretische und empirische Beschreibung des Kommunismus kaum größere Probleme bereitet hat, stellte der Faschismus die historische Forschung vor beträchtliche Herausforderungen: Galt der Begriff nur für das italienische Modell oder auch für andere rechtsgerichtete Massenbewegungen. Fiel der deutsche Nationalsozialismus darunter, oder verbot sich angesichts offenkundiger Unterschiede diese begriffliche Gleichsetzung? War "Faschismus" gar nur ein politischer Kampfbegriff, untauglich für wissenschaftliche Erkenntnis und politische Aufklärung? Stanley Payne legt die historischen Voraussetzungen und Entwicklungslinien der faschistischen Bewegungen dar und verweist auf die nationalen Unterschiede wie auf die sozialen und ideologischen Gemeinsamkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2001
Seltsam fremd erscheint dem Rezensenten Anselm Doering-Manteuffel diese Geschichte des Faschismus heute. Wie tief so ein Thema inzwischen im vergangenen Jahrhundert versunken ist! Vor allem, so scheint sich Doering-Manteuffel zu denken, wenn es so ganz "ohne virulente Verbindung zur Gegenwart" daherkommt. Aber gut, immerhin ist das Buch im Original auch bereits 1995 erschienen und immerhin gelingt es ihm, "Faschismus" zu "einem historischen Gattungsbegriff" zu verdichten und seine wesentlichen Merkmale "überzeugend" aus der europäischen Kulturkrise um 1900 herzuleiten. Eher schon verübelt es der Rezensent der Arbeit, dass sie den Rassismus als Charakteristikum des Faschismus zu wenig in den Blick rückt. Als "Präsentation von ausgewählten Aspekten der Forschungsdiskussion" und deren Zusammenfassung, so Doering-Manteuffel abschließend, werde das Werk indessen seinen Nutzen erweisen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 04.10.2001
Endlich liegt die Geschichte des Faschismus des nordamerikanischen Historikers Stanley Payne - im Original unter dem Titel "A History of Fascism 1914-1945" im Jahr 1995 erschienen - auch im Deutschen vor, freut sich Klaus Hildebrand. Kaum ein anderer Autor habe zuvor den Faschismus so gründlich untersucht wie Payne, dessen Kenntnis der einschlägigen Literatur dem Rezensenten zutiefst imponiert. Systematisch und kritisch würden hier die unterschiedlichen Interpretationen des sperrigen Faschismus-Begriffs unter die Lupe genommen. Zwar fragt sich Hildebrand nach der Lektüre des "Opus magnum" immer noch, was Faschismus ist, sieht sich aber jetzt befähigt, Bewegungen und Regime mit dem Faschismus-Begriff zu etikettieren oder seine Anwendung wegen terminologischer Unschärfe besser zu vermeiden.
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