Der Historiker und Publizist Michael Stürmer plädiert er den hier versammelten Essays für die Wiederbelebung der alten europäischen Kunst des Gleichgewichts. Sie allein verspricht, nach dem Ende der bipolaren Ära der führungslosen, von Regionalkonflikten zerrissenen Welt neuen Halt zu geben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Der Rezensent Georg Kohler umreißt in seiner Besprechung zuerst einmal den Denkhorizont, in dem sich der Autor Michael Stürmer bewegt: Ausschlagend für die Argumentation seien nicht Kants Überlegungen zum "Ewigen Frieden", sondern Machiavellis Verständnis der Politik als Machtausübung. Kohler findet, dass dies Buch ein "kühl-elegant argumentierender Essay" ist, der den Leser eher zum Überlegen anrege, als zum platten Widerspruch. Kohler gibt die seiner Meinung nach zentrale These in den Worten des Autors wieder: 'Gleichgewicht ist eine europäische Kunst der Vergangenheit und muss zu einer atlantischen Kunst der Gegenwart und Zukunft werden.' Zu dieser Kunst liefere der analytische Autor Vorschläge, die überaus hilfreich seien für das Verständnis der "unübersichtlichen Gegenwartslage". Dennoch stoße dieser machiavellistische "Realismus" auch an seine Grenzen. Die Vernachlässigung der entwicklungsökonomischen Aspekte schmälere den Wert des Buchs ein wenig, dennoch sei die Lektüre zu empfehlen, wie Kohler insgesamt befindet.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…