Stefan Heym

Ich aber ging über die Grenze

Frühe Gedichte
Cover: Ich aber ging über die Grenze
C. Bertelsmann Verlag, München 2013
ISBN 9783570101605
Gebunden, 128 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Zu Beginn seiner schriftstellerischen Karriere schrieb Stefan Heym Gedichte. Erst später fand er im amerikanischen Exil zur Prosa. Im vorliegenden Band wird erstmals eine Auswahl aus den Jahren 1931 bis 1936 veröffentlicht; sie zeigen auf eindringliche Weise, dass sich Stefan Heym schon als ganz junger Mann gegen Nationalsozialismus, Militarismus und Unterdrückung stellte. Mit seinem satirischen Gedicht "Exportgeschäft " etwa entfachte er 18-jährig einen Skandal, der seinen weiteren Lebensweg nachhaltig beeinflussen sollte. Nationalsozialisten und Rechtskonservative waren so erbost über das den Einsatz deutscher Militärberater in China anprangernde Gedicht, dass Heym seine Heimatstadt Chemnitz verlassen und sein Abitur in Berlin machen musste, wo er in der Weltbühne und anderen engagierten Zeitungen gesellschaftskritische Lyrik veröffentlichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2013

Wulf Segebrecht nutzt die Gelegenheit (Stefan Heym wäre heute 100 geworden) und lernt den Lyriker Heym kennen. Der Band, chronologisch aus weitgehend ungedrucktem Material zusammengestellt von Inge Heym, lehrt ihn allerdings, dass es ausschließlich den jungen Heym zu erleben gibt, das Gedichtemachen ließ der Autor Heym bereits 1937 sein. Die versammelten Texte geben Segebrecht einen Eindruck vom faschistischen Alltag, von Hunger und Arbeitslosigkeit, von der Judenverfolgung und vom Krieg in Vorbereitung. Später dann von der Großstadt und der Fremde, Heym lebte in Berlin, Prag und Chicago. Stilistisch weiß der Rezensent den Autor nahe an seinen Vorbildern Mehring, Kästner und Tucholsky, deren Schärfe, meint er, erreicht Heym allerdings nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.04.2013

Über Stefan Heyms Anfänge als Lyriker erfährt Viktoria Großmann aus diesem von Inge Heym zusammengestellten Band. Mit vielen Ausrufezeichen, besonders in den frühesten Gedichten, muss der Leser rechnen, warnt Grossmann. Außer Gedichten über den Krieg liest sie Heyms lyrische Aufzeichnungen aus Chemnitz, Berlin, Prag, Chicago als Tagebuch eines einsam um die Welt Gehetzten. Sie erkennt die Entwicklung des jungen Autors, etwa wenn die Texte in Berlin "Kästnerischer" werden und zu den Schreibtischgedanken nun Großstadtbeobachtungen hinzukommen und lyrische Formen leichter gelingen. Mit dem Jahr 1936, informiert uns Großmann, endet der Band.

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