Stefan Karner

Im Kalten Krieg der Spionage

Margarethe Ottillinger in sowjetischer Haft 1948-1955
Cover: Im Kalten Krieg der Spionage
Studien Verlag, Innsbruck 2016
ISBN 9783706555210
Gebunden, 244 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Am 5. November 1948 ist die erst 28-jährige Sektionsleiterin im Ministerium, Margarethe Ottillinger, mit Peter Krauland, Minister für Vermögenssicherung, auf dem Weg nach Wien. An der alliierten Zonengrenze auf der Ennsbrücke bei St. Valentin wird sie von den Sowjets verhaftet und noch in Österreich wegen "Spionage" zu 25 Jahren "Gulag-Lager" verurteilt. Die 29-Jährige verschwindet für viele Jahre in sowjetischen Lagern und Gefängnissen. Nach Abschluss des Österreichischen Staatsvertrages 1955 wird sie vorzeitig entlassen und darf, mittlerweile schwer erkrankt, in die Heimat zurückkehren. Vieles bleibt unbeantwortet. Entscheidende Fragen zu den mysteriösen Umständen ihrer Verhaftung bleiben allerdings lange Zeit unbeantwortet. Es ist der Historiker Stefan Karner, der vom Archiv der russischen Staatssicherheit erstmals die Erlaubnis erhält, Einblick in die geheimen Verhörprotokolle des KGB zu nehmen. Mit diesen Informationen kann er die Gründe für die Verhaftung Ottillingers klären: Ein Spion besiegelte das Schicksal dieser jungen, ehrgeizigen Spitzenbeamtin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2016

Rezensent Michael Schrott kennt außer Stefan Karners Arbeit nur ein weiteres nennenswertes Buch, Ingeborg Schödls "Im Fadenkreuz der Macht", über die von den Russen wegen angeblicher US-Spionage in den GUlag verbannte österreichische Wirtschaftsmanagerin Margarethe Ottillinger. Beide Bücher beruhen laut Schrott auf Gesprächen mit Ottillinger, aber nur Karner bietet Ergebnisse, die auf der akribischen Lektüre von KGB-Achrivunterlagen beruhen, meint Schrott. Ausgehend davon, was der Rezensent in seiner Besprechung über Ottillinger berichtet, scheint es sich um eine aufregende Frau zu handeln, die sich in der Wirtschaft wie in der Politik mehr als behaupten konnte - wurde sie nicht gerade von einem Staatsminister an die Sowjets ausgeliefert.
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