Mit 311 Duotone-Fotos und 134 Abbildungen. Zur Ausstellung im Fotomuseum des Münchner Stadtmuseums, 2002/3, in der Kunsthalle zu Kiel, im Willy-Brandt-Haus Berlin, 2003 und weiteren Stationen. Herausgegeben von Ulrich Pohlmann und Matthias Harder 2002. Deutschland und die Deutschen sind seit mehr als fünfzig Jahren das große Thema des Fotografen Stefan Moses, der 1928 in Schlesien geboren wurde und seit 1950 in München lebt. Mit seinen Reportagen und Dokumentationen, die ab 1960 im Auftrag des "Stern" entstanden, vor allem aber mit Hunderten von Portraits - Unbekannte, Berühmte und Prominente in allen Teilen der Republik - ist er zum eigentlichen Chronisten und Portraitisten der deutschen Nachkriegsgesellschaft geworden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2003
Seit nunmehr fünfzig Jahren fotografiert Stefan Moses, und man erinnert sich besonders an die Fotoreihe um Ingeborg Bachmann, schreibt der Rezensent Roman Bucheli. Nun sei zum ersten Mal das Lebenswerk des Fotografen als Monografie erschienen. Moses selbst sage von sich, er befinde sich auf "permanenter Forschungsreise" und tatsächlich findet Bucheli, dass seine Fotos "sowohl Dokumente der Zeit und der Biografien" der fotografierten Personen, aber auch "beharrliche Recherchen" sind, die versuchen, das, was in den Personen "nistet", spürbar zu machen. Bemerkenswert auch, so Bucheli, dass in Moses' Inszenierungen die inszenatorischen Mittel immer sichtbar bleiben, etwa wenn er Adorno im Spiegel fotografiert, wie sich dieser mit Selbstauslöser selbst fotografiert, und das Foto schließlich Moses zeigt, der neben Adorno steht "und photographiert, wie der Philosoph sich beim Fotografieren fotografiert".
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