Stigmatisierende Medienberichte, Demütigungen durch Pädagogen und abfällige Bemerkungen von Freunden oder Verwandten - all das sind Beispiele für Praktiken sozialer Abwertung, mit denen Hauptschüler tagtäglich konfrontiert werden. Wie kommen sie zustande? Wie werden sie erlebt und verarbeitet? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ethnografie von Stefan Wellgraf, die Hauptschüler in ihrem letzten Schuljahr und beim Versuch, sich eine berufliche Zukunft zu erarbeiten, begleitet. Mit Blick auf die Erfahrungen und Perspektiven der Schüler/-innen in Schule und Freizeit entsteht ein materialreicher Beitrag zur Debatte um gesellschaftliche Ungleichheit - und zugleich eine pointierte und beunruhigende Gesellschaftskritik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012
Kritisch äußert sich Rezensentin Regina Mönch zu Stefan Wellgrafs Studie über gesellschaftliche Ausgrenzung am Beispiel von Hauptschülern. Sie attestiert der auf Interviews und Beobachtungen von 18 Berliner Hauptschülern sowie Lehrern und Sozialarbeitern basierenden Arbeit zwar eine empathische Haltung gegenüber den Jugendlichen, kann aber über die Einseitigkeit der Argumentation und die teils oberflächlichen Ausführungen nicht hinwegsehen. Insbesondere moniert sie, dass der Autor die Hauptschüler, deren schulisches und berufliches Versagen er dokumentiert, gänzlich als "Opfer der Verhältnisse" beschreibt. Die Vergleiche mit Berliner Gymnasiasten wirken auf sie "ideologisch" und "recht bemüht". Insgesamt hält sie Wellgraf vor, nur sehen zu wollen, was seiner Theorie und seinen Erwartungen entspricht.
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