Mit subjektivem Blick erspäht und beschreibt die Autorin Dinge, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Architektur und Landschaften, Menschen und natürlich auch Tiere lösen oft weiterspinnende Gedanken aus, und ein Land hinter dem jeweiligen Land, Menschen hinter seinen Bewohnern tauchen auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2003
Dem Rezensenten Karl-Markus Gauß gefällt die Idee zu diesem Buch ebenso wie dessen Umsetzung. Die aus Österreich stammende Autorin Stefanie Holzer hat sich zum Ziel gemacht, das ihr selbst relativ unbekannte Heimatland zu erkunden und "entlang seiner Grenzen zu bereisen, so dass sich zwanglos Abstecher in alle Nachbarstaaten ergeben". Dabei führt sie genau Buch, über ihre Mahlzeiten ebenso wie über atmosphärische Eindrücke. Die sind dem Rezensenten am stärksten im Gedächtnis geblieben, etwa "die kippende Stimme einer Frau, die in der Kirche eine Reisegruppe zum Singen religiöser Lieder animieren möchte". Im großen und ganzen machen dem Rezensenten diese stilistisch gut aufbereiteten Impressionen - mit leichten Abstrichen - Spaß: "In den besseren Passagen klingt eine feine Ironie, in den nachlässigen eine gewisse journalistische Flapsigkeit auf". Lediglich über die Zurückhaltung, mit der die Autorin das landschaftlich schöne Engadin oder Südtirol beschreibt, verwundert ihn ein wenig.
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