Mit Beiträgen von David Forster, Maria Fritsche, Thomas Geldmacher, Hannes Metzler und Thomas Walter. Fast 60 Jahre nach Kriegsende liegen hiermit erstmals Daten vor, um den Opfern der NS-Militärjustiz Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: eine Aufhebung der Urteile von damals beziehungsweise die längst fällige Rehabilitierung von Deserteuren, Kriegsdienstverweigerern und anderen von Militärgerichten verurteilten. Nach Sichtung von mehreren zehntausend Akten der Wehrmachtsjustiz liegen jetzt 3.000 Fälle vor, die sich auf über 2,500 österreichische Opfer beziehen. Die Auswertung des Materials erlaubt es, bisher ungeklärte Fragen zu beantworten. Außerdem wird wissenschaftliches Neuland betreten, da in der internationalen Forschung bisher Ergebnisse für einen empirischen Vergleich gefehlt haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2004
Gabriele Anderl zeigt sich sehr beeindruckt von diesem Sammelband, der erstmals und umfassend die österreichischen Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz in den Blick nimmt. Wie die Rezensentin erklärt, gelten für die Autoren all jene als Opfer der NS-Militärjustiz, die aus politischen Gründen verurteilt, unverhältnismäßig hart bestraft oder in den inhumanen Strafvollzug eingewiesen wurden. Zumeist geht es um österreichische Wehrmachtsangehörige, die wegen Fahnenflucht verurteilt wurden. Mehr als 3.000 Fälle wurden für diesen Band ausgewertet, informiert die Rezensentin, die dem Herausgeber bescheinigt Walter Manoschek bescheinigt, nicht nur einen detaillierten Einblick in das Schicksal österreichischer Opfer der NS-Militärjustiz zu geben, sondern auch ein Standardwerk vorgelegt zu haben.
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