Steffen Lüddemann

50 Hertz gegen Stalin

Roman (Ab 13 Jahre)
Cover: 50 Hertz gegen Stalin
Fischer Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2007
ISBN 9783794180653
Gebunden, 272 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Joachim gehört zu der Generation, die noch in den letzten Kriegswochen von Hitler in die Schützengräben geschickt wird: Jungs mit 15, 16. Einige von ihnen kommen mit dem Leben davon, auch Joachim hat Glück. 1949 muss er das Abi-Jahr wiederholen. Er und seine neuen Schulkameraden wollen aber von den Polit-Parolen aus der UdSSR nichts wissen. Bevormundung und Volksagitation haben sie gründlich satt. Sie wollen sich wehren. Statt als Blauhemden in der FDJ mitzulaufen, kleben sie nachts Flugblätter und fahren nach West-Berlin, um sich mit anderen Freiheitsdenkern zu treffen. Unter Joachims Regie ersinnen sie einen ausgefuchsten Plan: Sie bauen einen geheimen Radiosender. Das hat Folgen für die jungen Männer - der russische Geheimdienst und die gerade entstehende Stasi geben keine Ruhe, bis sie die "Saboteure" geschnappt haben. Joachim droht die schlimmste Strafe.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.02.2008

Als "überzeugendes Stück Aufklärung über die Anfänge der DDR" lobt Rezensent Reinhard Osteroth dieses Jugendbuch über vier DDR-Schüler, die 1949 einen Störsender bauen, um die Huldigungsorgien zu Stalins siebzigsten Geburtstag zu torpedieren. Autor Steffen Lüddemann, der Osteroth zufolge die auf einer wahren Geschichte basierenden Vorfälle bereits in einem Radiofeature und einem Dokumentarfilm geschildert habe, bewegt sich zur Begeisterung des Rezensenten "wie selbstverständlich" in den Kulissen der gerade gegründeten DDR, beeindruckt mit markanten Szenen und präzisen Figurenzeichnungen. Besonders bewegt die Geschichte den Rezensenten auch wegen der unmenschlichen Strafen für die Jugendlichen, von denen einer sogar hingerichtet worden ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2007

Wenn es nach Roswitha Budeus-Budde ginge, sollte dieser Jugendroman um eine Widerstandsgruppe im Thüringischen Altenburg, die sich 1949 gegen das SED-Regime und die sowjetische Besatzung auflehnten, zur Schullektüre gemacht werden, weil er das politische Bewusstsein und Engagement fördert, wie sie lobt. Die vier Gymnasiasten, die aus ethischen Gründen Widerstand leisteten, indem sie Flugblätter aus dem Westen verteilten und später einen Radiosender bauten, mit dem sie eine Rede von Wilhelm Pieck störten, hat es tatsächlich gegeben, und nachdem Steffen Lüddemann zunächst ein Hörspielfeature und einen Dokumentarfilm dazu produzierte, hat er nun die Geschichte in einem Roman verarbeitet, erklärt die Rezensentin. Dadurch geht das Buch über ein reines Zeitzeugnis hinaus, es bewegt und fesselt die Leser, findet Budeus-Budde, der besonders gefällt, dass der Autor seine Protagonisten nicht als Helden, sondern als typische Jugendliche zeichnet.
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