Warschau ist auf dem Sprung zur angesagten Metropole. Hier kann man tagsüber in Liegestühlen am Weichselstrand DJs lauschen und abends die goldene Spitze des Kulturpalastes leuchten sehen. Steffen Möller erzählt von einer Liebesgeschichte mit Hindernissen. Er lüftet Geheimnisse, verrät Highlights und Fettnäpfchen. Nimmt uns mit ins alte Ghetto, in den Königspark Lazienki und auf den Blumenmarkt vor der Hala Mirowska. Zum prächtigsten Kinogebäude und in die beste Krapfenbäckerei Europas, auf den verwunschenen jüdischen Friedhof, zur kochenden Klubszene von Praga und in eins der schönsten Fußballstadien, die es gibt. Er berichtet von seiner ersten Studenten-WG mit Bolek, welche Rolle Braunbär Wojtek im Zweiten Weltkrieg spielte und wo man heute die Warschauer Hipster trifft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.04.2015
Nach der Lektüre von Steffen Möllers neuem Buch "Viva Warszawa" möchte Rezensent Jens Bisky am liebsten gleich selbst nach Warschau reisen, um sich aller gegenteiliger Berichte zum Trotz von der Faszination der Stadt zu überzeugen. Denn genau diese vermittelt ihm der Polen-Kenner Möller, der den Kritiker hier nicht nur an die interessanten Orte jenseits des Zentrums, etwa den jüdischen Friedhof, den Hipster-Strand oder das postsowjetische Luxuskaufhaus Vitkac führt, sondern auch mit Klischees aufräumt, dabei stets kritisch bleibt und seine Kenntnis, Sympathie und Liebe zur Stadt nuancenreich zu bezeugen weiß. Und so liest Bisky Geschichtliches, etwa über die deutsche Besatzung, den jüdischen und polnischen Widerstand, Berührendes über die Annäherung auf deutscher und polnischer Seite und lernt auf Möllers Spaziergängen durch diese "aufregende" Stadt viel über Land und Leute.
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