Mittelalterliche Konflikte sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der deutschen und anglo-amerikanischen Mediävistik zu einem bedeutenden Thema avanciert. Dabei standen bisher Auseinandersetzungen zwischen König und Adel oder Streitigkeiten zwischen Klöstern, Weltgeistlichen und Laienadligen im Mittelpunkt des Interesses. Diese Studie fragt dagegen, wie innerhalb monastischer Gemeinschaften Konflikte ausgetragen und beigelegt wurden. Auf diese Weise erscheint die vita communis im Reich der Ottonen und Salier in neuem Licht: Untersucht werden die Normvorstellungen der Mönche, die Machtverhältnisse zwischen den Äbten und ihren Konventen und jene pragmatischen Funktionen, die Historiographie und Hagiographie in klosterinternen Konflikten erfüllten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2001
Ausgesprochen angetan zeigt sich Gerd Althoff von dieser Dissertation, in der - wie er festgestellt hat - deutlich aufgezeigt wird, dass die Mönche zu dieser Zeit keineswegs immer brüderlich miteinander umgegangen sind. Patzold habe nicht nur zahlreiche klösterliche Konflikte zusammengetragen und analysiert, sondern diese Konflikte auch "in die allgemeine Konfliktforschung eingebracht", was nach Althoff ein ganz besonderes Verdienst ist. Gut gefällt dem Rezensenten außerdem, dass Patzold die Unterschiede zwischen klösterlicher Konfliktführung und der "in der mittelalterlichen Gesellschaft allgemein" herausstellt. Diese Konflikte unterscheiden sich, wie der Rezensent erfahren hat, nicht nur thematisch (in Klöstern wurde viel um Ländereien, aber auch um Kleidung, Nahrung und Disziplin gestritten), sondern auch in der Art ihrer Austragung. So haben in Klöstern bei Streitigkeiten die schriftlichen Normen eine große Rolle gespielt, wie Althoff erfahren hat. Insgesamt handelt es sich nach Diagnose des Rezensenten um eine Arbeit, die "durch Detailkenntnisse wie durch systematisierenden Zugriff" besticht.
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