Im Gegensatz zu J. von Schlossers Kunst- und Wunderkammer der Spätrenaissance (1908) blieb Jacob Burckhardts revolutionäre These zur Sammelkultur der Renaissance über hundert Jahre lang praktisch vergessen. Der Gedankengang seiner großen Schrift "Die Sammler" (1898) wird hier erstmals mitsamt seiner methodischen und inhaltlichen Akzentverlagerung an Hand der Manuskripte rekonstruiert und im Gedankengebäude Burckhardts verankert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2004
Ulrich Raulff konstatiert, dass das Thema Sammeln beziehungsweise Sammler seit fünfzehn Jahren Konjunktur hat und wendet sich drei neuen Bänden zur Geschichte und Ästhetik des Sammelns zu. Der Dissertation von Stella von Broch widmet er in seiner Rezension den breitesten Raum und preist sie als "kleine wissenschaftshistorische Sensation". Die Kunsthistorikerin beschäftigt sich darin mit dem Aufsatz "Der Sammler" von Jacob Burckhard und deckt damit nicht nur eines der "ältesten Rätsel der Burckhardt-Deutung" auf, sondern demonstriert "nebenbei" auch noch die "Aktualität" Burckhardtschen Denkens für die Renaissance- und Barockforschung, so Raulff begeistert. Denn der Autorin gelinge es nachzuweisen, dass sich Burckhardt jahrzehntelang mit diesem Thema beschäftigt hat und im Zuge seiner Forschung den "Besteller" von Kunstwerken mit seinem ästhetischen und sozialen Kontext in den Blick der Kunstgeschichte rückt, erklärt der Rezensent. Damit ist die Studie über den Sammler-Aufsatz der Autorin nicht nur für die Werkgeschichte Burckhardts sehr "aufschlussreich", sondern markiert auch den "Schlussstein in einem kunsthistorischen Gebäude", lobt Raulff beeindruckt.
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