Horst Fuhrmann

Menschen und Meriten

Eine persönliche Porträtgalerie
Cover: Menschen und Meriten
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406472213
Gebunden, 358 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Zusammengestellt und eingerichtet unter Mithilfe von Markus Wesche. "Lies keine Geschichtswerke, nur Biografien, denn das ist das Leben ohne Theorie." Dieses Wort Benjamin Disraelis steht am Anfang von Horst Fuhrmanns hier veröffentlichter Auswahl aus einer großen Zahl von Lebensskizzen. Der Bogen ist weit gespannt. Er reicht vom Clan der Weizsäckers bis nach Oberschlesien, in Fuhrmanns Geburtsstadt Kreuzburg, mit ihren Polen und Juden und der kuriosen Familie Jarklowski. Neben vielen anderen begegnet der Leser der reichen Familie Pringsheim, dem exkommunizierten Theologen Ignaz von Döllinger, Golo Mann, Jacob Burckhardt und anderen aus der Zunft der Historiker, nicht zu vergessen die von den Nationalsozialisten vertriebenen Gelehrten, die ihre Leistungen außerhalb Deutschlands vollbringen mussten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.01.2002

Gustav Seibt schätzt den Autor als "bedeutenden Forscher", aber auch als "beachtlichen Schauspieler", der seine Reden mit Witz und Leichtigkeit hält. Und so findet er auch dieses Buch "anekdotenreich und äußerst unterhaltsam". Und "nützlich" sei es auch. Horst Fuhrmanns Porträts zeichnen für ihn den "Umriss einer geistigen Welt", in der die Forschung noch nicht von Managern gegängelt wurde. Und es regt dazu an, vergessene Autoren wie Gustav Freytag und Döllinger zu lesen. Verhindert wird das nur durch Hans Magnus Enzensberger, des es bisher versäumt hat, Döllingers "köstliche" Akademiereden etwa über "französische Mätressen" in seiner "Anderen Bibliothek" zu veröffentlichen, klagt Seibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2001

Eine große Portion deutscher Geistesgeschichte hat Hanno Helbling in dem Band des Mediävisten Horst Fuhrmann entdeckt. Prominente und weniger prominente Wissenschaftler lasse der Autor hier Revue passieren. Eine ungewöhnliche Ausstrahlung ist allen diesen "Porträts" zu eigen, will der Rezensent erkannt haben. Besonders erfreut ist Helbling darüber, dass der Autor für seine Reminiszenzen an diese Persönlichkeiten nur sparsam nach der Nazi-Vergangenheit gefragt und statt schwarz-weißer-Porträts viel Farbe ins Spiel gebracht habe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2001

Eine kleine literarische Krönung nennt Rezensent Fritz Göttler dieses Buch und: "biografische Skizzen aus der deutschen Vergangenheit", entstanden im Lauf eines langen Gelahrtenlebens. Wie lang und wie gelahrt der ehemalige Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften lebt, lässt sich auch ermessen anhand der Rezension. 75 Jahre ist Fuhrmann just alt und hat seinem Buch ein altersweises Motto vorangestellt, das geht in etwa so: Lest Biografien - das ist Leben ohne Theorie. Und was sich reimt, stimmt. Göttler jedenfalls wird so denken, hätte er doch sonst nicht alles aufgezählt, was der Band hergibt. Historikerskizzen "von Fontane bis Burckhardt" nämlich - lauter "sympathische, skurrile Gestalten", was denn sonst, nur "manchmal beunruhigend": "Züge von Antisemitismus." Ach so.

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