"Revolution in Russland", das neue Buch des britischen Historikers Stephen A. Smith, sticht hervor durch zahlreiche neue, vor allem russische Quellen sowie durch seine ungewöhnliche Chronologie: 1890-1928. Diese große zeitliche Bandbreite - vom späten Zarenreich bis zu den ersten Zwangskollektivierungen Ende der 1920er Jahre - erlaubt es Smith, in bisher nicht dagewesenem Umfang die sozialen und kulturellen Grundlagen und Auswirkungen der Russischen Revolution zu berücksichtigen. Smith erzählt, wie der Krieg zum Sturz Nikolaus II. während der Februarrevolution 1917 führte; warum die demokratische Regierung in diesem Jahr scheiterte; wie die Bolschewiki den Bürgerkrieg gewinnen konnten; und wie Stalin an die Macht kam. Er liefert somit eine umfassende Synthese der wichtigsten Ursachen, Entwicklungen und Auswirkungen der Russischen Revolution auf aktuellstem Stand der Forschung und präsentiert dem Leser immer wieder neue, ungewöhnliche Perspektiven.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2017
Peter Sturm staunt, auf wie engem Raum Stephen A. Smith ein "feinsinniges", viel sagendes Charakterbild Lenins gelingt. Das Ergebnis scheint Sturm vieles, was er über Lenin gelesen hat, zu relativieren. Ferner gefällt dem Rezensenten die schlüssige Komposition des Buches. Weniger überzeugt hat ihn die betreuerische Arbeit des Verlages. Datenverwirrung und Stilblüten begleiten die Lektüre des Rezensenten. Das Thema des Buches findet Sturm gleichwohl wichtig und von schlagender Aktualität.
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