Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt. Nur mühevoll kann Dan Torrance die Schrecken verarbeiten, die er als kleines Kind im Hotel Overlook erlitten hat. Obendrein hat er die Suchtkrankheit seines besessenen Vaters geerbt und nimmt daher fleißig an Treffen der Anonymen Alkoholiker teil. Seine paranormalen Fähigkeiten - das Shining - setzt er nun in seinem Beruf ein: In einem Hospiz spendet er Sterbenden in ihren letzten Stunden Trost. Währenddessen ist in ganz Amerika eine Sekte auf der Suche nach ihrem Lebenselixier unterwegs. Sie sind nahezu unsterblich, wenn sie sich vom letzten Lebenshauch jener Menschen ernähren, die das Shining besitzen. Das Mädchen Abra Stone besitzt es im Übermaß und gerät ins Visier der mörderischen Sekte. Um sie zu retten, weckt Dan die tief in ihm schlummernden Dämonen und ruft sie in einen alles entscheidenden Kampf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2014
Altersmilde schon, aber nicht weniger gruselig kommt der neue Stephen King für Willi Winkler daher. Dass der Autor längst trocken und der nunmehr über 40-jährige Danny aus "Shining", der hier fröhlich Urständ feiert, recht solide als Sterbebegleitung (Schlafdoktor) arbeitet, täuscht laut Winkler darüber hinweg, dass hier wiederum Alltagshorror at ist best zu besichtigen ist. Dass der Rezensent das Buch als Roman für die Therapiegesellschaft bezeichnet, ist böse und wahrscheinlich dem Zuviel an "Shining" geschuldet, das Winkler beim Lesen mitunter erschöpft hat. Meisterlich, so viel streitet auch Winkler nicht ab, bleibt Kings Gespür für schlechte Träume und den vertrauten Horror.
Stephen King mag mit seinem neuen Roman "Doctor Sleep" an die Begebenheiten aus "The Shining" anknüpfen, dessen Sonderstatus kann dieses Buch aber nicht antasten, dafür hat nicht zuletzt Stanley Kubricks Filmversion des Vorläufers gesorgt, meint Burkhard Müller. In der neuen Geschichte schickt King eine Gruppe Rentner in Wohnwagen über die amerikanischen Highways, berichtet der Rezensent. Die Mitglieder des 'Wahren Knotens' sind auf der Suche nach Kindern, die das Shining haben - um sie auszusaugen, verrät Müller. Irgendwie kriegt King es immer wieder hin, noch die ausgelutschtesten Themen - eigentlich will doch niemand noch ein Buch über Vampire lesen, glaubt der Rezensent - spannend aufzubereiten, staunt Müller. Durch und durch ein typischer King, fasst der Rezensent zusammen.
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