Aus dem amerikanischen Englisch von Jürgen Neubauer. Die wissenschaftliche Forschung ist eine durchdachte und hochrationale Maschinerie, bei der gezielt relevante Ergebnisse produziert werden. Richtig? Alles Unsinn, sagt der Neurowissenschaftler Stuart Firestein. Forschung ist ganz oft so, als ob man in einem stockdunklen Raum nach einer schwarzen Katze suche (ohne zu wissen, ob sie überhaupt in diesem Raum ist). Also immer wieder eine sehr frustrierende und verwirrende Angelegenheit, die nur sehr selten zu bahnbrechenden Erkenntnissen führt. Trotzdem stehen jeden Morgen Tausende von Wissenschaftlern unbeirrt auf, um sich einen weiteren Tag in den Labors und Büros der Universitäten mit Forschung um die Ohren zu schlagen. Was ist es, das diese Menschen antreibt? Firestein nennt es etwas provozierend Ignoranz. Aber er meint es nicht abwertend, sondern im Sinne einer alle Widerstände ignorierenden Neugier.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2013
Bei der Lektüre von Stuart Firesteins Buch "Ignoranz" über wissenschaftliche Methodik lernt Manuela Lenzen, dass man Naturwissenschaft genießen kann wie Malerei und Musik. Der Autor kritisiert darin, dass es in der Wissenschaft nur um Ergebnisse geht und das Nicht-Wissen bzw. das Eingeständnis desselben zu kurz kommt. Schließlich entsteht aus jeder Erkenntnis eine Vielzahl neuer unbeantworteter Antworten. Für sein Plädoyer gegen das ständige Hypothesenaufstellen verwendet Firestein Gespräche mit Forschern, in denen sie darüber sprechen, was sie gerne wissen möchten, und nicht, was sie bereits wissen, referiert Lenzen.
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