Auch wenn man uns immer weismachen will, dass wir beides haben können - Kinder und Karriere - und dass alles möglich ist, so haben doch fast alle von uns am eigenen Leib erfahren, dass das einfach nicht stimmt. Es gibt keine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und das ist auch keine Frage der Organisation. Es gibt nur ein Nebeneinander. Strukturelle Probleme verlagern wir auf das Individuum und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Susanne Garsoffky und Britta Sembach geht es nicht um individuelle Lebensentwürfe und weitere Selbstoptimierungsversuche, sondern um gesellschaftliche Solidarität. Sie zeigen, wie mögliche Lösungen für unsere Gesellschaft aussehen könnten.
Nein, obwohl Susanne Garsoffky und Britta Sembach in ihrem Buch "Die Alles ist möglich-Lüge" unter Berufung auf Statistiken, Umfragen, Interviews und persönliche Erfahrungen bestreiten, dass Beruf, Beziehung und Familie unter einen Hut zu bringen sind, wollen die Autorinnen keinen reaktionären "Rückwärtssalto" an den Küchenherd vollziehen, so Dorion Weickmann. Sie halten das "Maß an Selbstausbeutung", das die "Lebensplanung nach Emma-Schnittmuster" fordert, für nicht tragbar und fordern eine Auseinandersetzung mit den faktischen Folgen der "Vereinbarkeitsgläubigkeit", erklärt die Rezensentin, die wiederum von den konkreten Verbesserungsvorschlägen der Autorinnen wenig überzeugt ist. Die Ideen "Teilzeit für Väter" und die Einschränkung "betrieblicher Präsenzkultur", wie Garsoffky und Sembach sie sich vorstellen, haben schon sehr lange nicht viel bewegt, weiß Weickmann.
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