David Graeber

Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus

Es gibt Alternativen zum herrschenden System.
Cover: Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus
Pantheon Verlag, München 2012
ISBN 9783570551974
Kartoniert, 191 Seiten, 12,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Katrin Behringer. Der Kapitalismus in seiner bisherigen Form ist an einem für uns alle spürbaren Ende angekommen. Nicht nur die Länder der Dritten Welt, sondern auch unsere unmittelbaren Nachbarn tragen Schuldenlasten, die nie wieder zu begleichen sind; ganze Kontinente sind quasi bankrott. Aber auch nahezu jeder Einzelne ist verschuldet. Schulden, sagt David Graeber, sind nur Versprechungen, und die Welt ist momentan voll von Versprechungen, die nicht gehalten wurden. Jeder Umsturz beginnt mit Schulden und für Graeber als bekennenden Anarchisten auch mit der Frage: Welche Versprechungen wollen sich freie Menschen künftig geben und wie schaffen wir eine neue, bessere Welt?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.06.2012

Christian Schlüter hat David Graebers "Kampfschrift" wider den "Kamikaze-Kapitalismus" mit Gewinn gelesen. Zwar scheint dem Ethnologen und Occupy-Aktivisten der Kapitalismus längst am Ende. Solange der Spuk aber nicht ganz vorbei ist, kann noch einiges schieflaufen. Die Warnungen des Autors scheinen Schlüter berechtigt. Graeber macht für ihn klar, dass die Occupy-Bewegung sich die Kampfrichtung nicht vorschreiben lassen will. Besonders interessant findet er in diesem Zusammenhang die kritische Auseinandersetzung mit den Ikonen des anti-kapitalistischen Widerstands wie Antonio Negri, Michael Hardt, Judith Revel, Michel Foucault, Lois Althusser, Guy Debord oder Cornelius Castoriades.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.04.2012

Der als Vordenker der Occupy-Bewegung geltende, ehedem an der Yale University und heute in London lehrende Professor für Ethnologie David Graeber hat "pünktlich" zum griechischen Staatsbankrott 2009 eine Essay-Sammlung vorgelegt, die nun auf Deutsch erschienen ist, lässt Sonja Vogel wissen. Bei seiner "steilen These", dass die globalisierungskritischen Proteste immer wieder repressive Antworten der "herrschenden Klassen" provoziert hätten, Proteste gegen den WTO den Freihandel blockiert oder Globalisierungsgegner den "Kampf gegen den Terror" auf den Plan gerufen hätten, mag die Rezensentin anscheinend nicht mitgehen. Immer dort, wo Graeber die Auswirkungen der Krise auf die Antiglobalisierungsbewegung selbst analysiert, findet Vogel die Essays durchaus bestechend, allerdings ist ansonsten die Zaunpfahl-Rhetorik des Occupy-Theoretikers weniger nach ihrem Geschmack. Und so lässt sie sich auch von Graebers Propagierung "anarchistischer Ordnungsprinzipien" gegen kapitalistischen Wildwuchs nicht wirklich überzeugen, zumal die im Untertitel des Bandes versprochenen "Alternativen zum herrschenden System" darin nicht geboten werden, wie sie moniert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2012

Nein, überzeugt scheint Philip Plickert wahrlich nicht von den Thesen und Forderungen des Occupy-Vordenkers David Graeber. Den Kapitalismus zu zerstören und Staaten abzuschaffen, um ins anarchistische Paradies zu gelangen, hält er für keine so gute Idee. Zumal Plickert nach Belegen für Graebers Thesen vergeblich sucht, wie etwa der, die Proteste gegen die WTO hätten den Freihandel blockiert. Als Ratgeber für eine besser Welt taugt ihm die Essay-Sammlung nicht, allen Verlockungen eines strategischen Schuldenerlasses, wie ihn der Autor empfiehlt, zum Trotz.

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