Susanne Gregor

Halbe Leben

Roman
Cover: Halbe Leben
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2025
ISBN 9783552075238
Gebunden, 192 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Ein Roman über die Zerrissenheit der Frauen zwischen Beruf und Familie. Klara ist tot, beim Wandern abgestürzt. Bei ihr war nur Paulína, eine Slowakin, die Klara nach dem Schlaganfall ihrer Mutter eingestellt hat. Endlich war die Mutter versorgt gewesen. Klara konnte sich wieder ihrer Karriere widmen, ihr Mann seine Freiheit genießen. Paulínas eigene Kinder wurden in der Zwischenzeit in der Slowakei von der Schwiegermutter betreut. Alles wunderbar organisiert, alles ganz einfach. Alle mochten Paulína, dankten ihr mit großzügigen Geschenken für Dienste und Extradienste. War man nicht eigentlich sogar schon befreundet?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.04.2025

Das Resümee, das Rezensentin Stephanie von Oppen von diesem Roman der in der Slowakei geborenen und in Österreich lebenden Autorin Susanne Gregor gibt, klingt eigentlich recht spannend: Erzählt wird die Geschichte der Slowakin Paulina, die von der österreichischen Architektin Klara angeheuert wird, um die kapriziöse Mutter Irene zu pflegen. Zunächst scheint sich Paulina mit Klara, deren Mann und der schwierigen Tochter Ada anzufreunden, sogar Teil der Familie zu werden. Bald aber zeigt sich in dem aus den Perspektiven der zwei Frauen erzählten Roman nicht nur die soziale Kluft zwischen beiden, sondern die Kritikerin erkennt auch zunehmend schaudernd, wie groß der Hass Paulinas tatsächlich auf Klara und ihre Familie ist. Davon erzählt die Autorin mit psychologischem Feingefühl, mitunter aber auch "erwartbar", schließt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2025

Fast "nonchalant" beginnt dieser Roman von Susanne Gregor, befindet Rezensent Jan Wiele, bevor es dann in "lyrischer Verdichtung" und "zynischer Zuspitzung" weitergeht: Ein junges österreichisches Paar, Fotograf und Architektin, hat sich ein ziemliches Traumleben eingerichtet, in dem Klaras demente Mutter zunehmend stört. Sie will nicht ins Heim, also wird eine Betreuerin aus der Slowakei engagiert, die dafür ihre beiden Kinder bei ihrer Schwiegermutter zurücklassen muss, erklärt Wiele, dem gefällt, wie entlarvend und manchmal bissig Gregor davon schreibt, wie herablassend und verachtend die Betreuerin Paulina behandelt wird - ihre Arbeitgeber lassen sie nicht einmal nach Hause zu ihrem Sohn, als der sich die Nase bricht. Manchmal sind die Ereignisse vorhersehbar, räumt der Kritiker ein, dennoch findet er den Roman sehr lesenswert.

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