Wer sind die jungen, zum Islam konvertierten Frauen und Männer? Was bewegt sie zu einem für Außenstehende unverständlichen und unpraktischen Lebensentwurf? Ihre Motive sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. In jeder Lebensgeschichte finden sich Brüche, Beweggründe und Erfahrungen, die eine solche Entscheidung erklären können. Eines jedoch haben die Konvertierten gemeinsam: Sie alle haben ihr Leben radikal geändert. Im Gegensatz zu dem, was in den Medien als "radikalisierte Muslime" verhandelt wird, ist ihr neues Leben von einer weniger spektakulären Radikalität ergriffen. Sie sind nicht gewaltbereit, sie wollen keinen Gottesstaat errichten und auch nicht der "Mehrheitsgesellschaft" schaden. Im Gegenteil: Die Hinwendung zum Islam soll ihnen helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen und etwas aus sich zu machen. Sie sehen sich als festen Teil der Gesellschaft und möchten mit ihren Ideen dazu beitragen, diese zum Besseren zu wenden. In diesem Buch kommen sie zu Wort und werden gehört.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2018
Rezensent Christian Meier rät Susanne Kaisers Buch über die neuen Muslime, also zum Islam konvertierte junge Menschen, ergänzend zu Esra Özyüreks Studie über muslimische Deutsche zu lesen. Denn dort, wo Özyürek theoretisch erläutert, lässt die Journalisten vier ProtagonistInnen persönlich zu Wort kommen, informiert der Kritiker, der hier etwa Ele lauscht, die, aufgewachsen in Armut und schwierigen familiären Verhältnissen, gerade das strenge islamische Familien- und Rollenmodell schätzt. Interessiert liest Meier darüber hinaus nicht nur, wie jene neuen Muslime sich zur "Frömmigkeit" selbst erziehen, sondern er erfährt auch, wie ähnlich das Familien- und Gesellschaftsbild konservativer Muslime mitunter jenem der Neuen Rechten ist.
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