Als eine junge Protestbewegung Deutschland mit gefährlichen Aktionen erschüttert, wird LKA-Ermittlerin Obalski ins Münchner Jugendamt eingeschleust. Sie soll heimlich Informationen über die Bewegung, ihre Methoden und Ziele beschaffen. Obalski scheint perfekt geeignet für diesen Auftrag, denn sie verfügt über eine besondere Fähigkeit: Sie kann Menschen und ihre Verhaltensweisen lesen. Schon bald gewinnt die empathische Forensikerin das Vertrauen ihrer Schützlinge und trifft auf eine junge Frau mit runenförmigen Verletzungen am Arm. Ihr wird klar: Bei diesem Fall geht es um weit mehr als protestierende Teenager - es geht um brutale Gewalt. Obalski steht vor einem Dilemma: Wer ist hier eigentlich Täter, wer Opfer? Und wie weit sind die Aktivistinnen bereit zu gehen? Da wird eine Leiche aus der Isar geborgen …
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.05.2025
Rezensentin Katrin Doerksen findet Susanne Kaisers Krimidebüt über eine Gruppe radikaler Aktivistinnen, die mit allen (kriminellen) Mitteln gegen Frauenhass vorgeht und dafür von einer mit allen Wassern der Sherlockholmistik und der Gender Studies gewaschenen verdeckten Ermittlerin verfolgt wird, höchst lesenswert. Wie Kaiser beschreibt, wie die Ermittlerin sich in Trends, Ticks und Codes der Teenager-Aktivistinnen hineinversetzt, scheint Doerksen von bemerkenswerter Dringlichkeit, auch wenn im Text nicht immer alles realistisch oder auch nur narrativ "wasserdicht" ist, wie die Rezensentin anmerkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.05.2025
Susanne Kaiser kennt Rezensentin Sylvia Staude in erster Linie als Journalistin und Sachbuchautorin, jetzt hat sie ihren ersten Roman vorgelegt, in dem die LKA-Ermittlerin Obalski ins Jugendamt eingeschleust wird, um zu den "Influenzas" zu ermitteln, junge Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben und sich nun wehren wollen. Obalski muss in ihrer Einsatzstelle so tun, als sei sie ganz normale Mitarbeiterin im Jugendamt und sich auch um Fälle von selbstverletzendem Verhalten, gewalttätige Väter und Drogenkonsum kümmern, während die "Influenzas" mit einem mysteriösen Countdown ihre Rache an den Männern ankündigen, erfahren wir. Für Kaiser liest sich der Krimi "unaufgeregt, aber flott", auch sprachlich passt alles. Sie ist sich zwar nicht ganz sicher, ob das LKA wirklich verdeckte Ermittler nach Mädchen fahnden lassen würde, die allenfalls ein bisschen zivilen Ungehorsam an den Tag legen, kommt aber zu dem Schluss, dass Jugendliche, die sich wehren, so neu und ungewohnt sind, dass das die Behörden durchaus in Aufruhr versetzen könnte. Das Buch kommt jedenfalls zur rechten Zeit, befindet sie resümierend.
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