Susanne Tägder

Die Farbe des Schattens

Kriminalroman
Cover: Die Farbe des Schattens
Tropen Verlag, Stuttgart 2025
ISBN 9783608502732
Kartoniert, 336 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Mecklenburg, 1992. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da erreicht Hauptkommissar Arno Groth ein Notruf: Im Mönkebergviertel, einer Plattenbausiedlung, verschwindet der elfjährige Matti Beck auf dem kurzen Weg zum Einkaufen spurlos. Was als Suchaktion beginnt, weitet sich schnell aus und gerät für Hauptkommissar Groth zur größten Herausforderung seines bisherigen Berufslebens. Denn Mattis Verschwinden weckt grausame Erinnerungen an einen unaufgeklärten Mordfall aus derselben Gegend. Mit den Ermittlungen war damals Kollege Gerstacker betraut - doch der wurde wegen seiner Stasi-Vergangenheit mittlerweile aus dem Dienst entlassen. Jetzt wird er dringend gebraucht. Groth gründet die Einsatzgruppe "Nachtschatten", muss aber schon bald erkennen, dass sich hinter den Fassaden des Mönkebergs weit mehr Geheimnisse verbergen, als er ahnt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.10.2025

Insgesamt positiv bespricht Rezensentin Justine Konradt Susanne Tägders zweiten Arno-Groth-Krimi. Hauptkommissar Groth ermittelt auch diesmal in einer fiktiven ostdeutschen Kleinstadt in der Nachwendezeit, die lokale Bevölkerung trauert immer noch der DDR hinterher und erweist sich bei der Suche nach dem Mörder eines Jungen, der vom Brotholen nicht mehr nach Hause kommt, als wenig hilfreich. Tägder hetzt keineswegs durch diese Geschichte, lobt Konradt, vielmehr passiert lange gar nicht mal so viel. Daran stört sich die Rezensentin allerdings nicht, weil sie sich gut in den Ermittler einfühlen kann - nur, dass die Autorin Groth mit einer persönlichen Leidensgeschichte belastet, gefällt ihr nicht besonders. Ähnliches hat sie schlicht schon zu oft gelesen. Aber das bleibt ein kleiner Wermutstropfen, insgesamt kann Tägder einiges anfangen mit diesem atmosphärischen Krimi.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2025

Für den Rezensenten Andreas Fanizadeh ist der zweite Band um Susanne Tägders Kriminalkommissar Arno Groth zwar nicht ganz so stark wie das Debüt, aber immer noch lesenswert: Groth, ein "ost-westlicher Hybrid", der seit der Wende wieder in Mecklenburg ermittelt, soll 1992 das Verschwinden und dann den Tod des elfjährigen Matti klären. Alle verdächtigen einen alkoholkranken Hausmeister, nur Groth erinnert sich an einen unaufgeklärten, ganz ähnlichen Fall aus DDR-Zeiten, resümiert Fanizadeh die Handlung. Im ersten Band hatte der Ermittler für ihn noch mehr einfühlsame Ecken und Kanten, hier ist alles ein bisschen weniger differenziert, aber er hat Hoffnung für einen hoffentlich kommenden dritten Band.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2025

Katrin Doerksen folgt gerne der Hauptfigur und lauscht dem Mecklenburger Platt in Susanne Tägders Krimi um den ostdeutschen Ermittler Arno Groth, der in einem fiktiven Städtchen in Meck-Pomm mit zermürbender gründlicher Polizeiarbeit das spurlose Verschwinden eines Jungen und einen Vorwende-Mord zueinander in Verbindung setzt. Die Wirklichkeit der Nachwendezeit kommt dabei laut Doerksen ohne Ostalgie rüber. Eine Erinnerungsarbeit, der man gerne folgt, meint die Rezensentin.

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