Noch 1933 - die Nationalsozialisten waren gerade an die Macht gekommen - schienen Ernst Röhm und Hitler beste Freunde zu sein. Ein Jahr später war Röhm tot. Erschossen auf Befehl Hitlers in einer vollkommen illegalen Mordserie des jungen NS-Regimes, das sich zur Machtkonsolidierung kaltblütig Konkurrenten und persönlicher Feinde entledigte. Der sogenannte "Röhm-Putsch" vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 ist die erste großangelegte Mordaktion Hitlers. Da diese staatsterroristische Aktion jenseits aller Legalität stattfand, wurden unmittelbar danach alle Beweise vernichtet, Opfer ohne Begräbnis beigesetzt, Totenscheine gefälscht. Die Ereignisse gehören deshalb zu den am wenigsten aufgearbeiteten Ereignissen des "Dritten Reichs". Klandestin und dreckig mutet die ganze Aktion an, wie ein dunkler Agentenkrimi. Sven Felix Kellerhoff schreibt auf der Grundlage zahlloser bisher unbekannter Dokumente die moderne Gesamtdarstellung der "Nacht der langen Messer".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2024
Rezensent Florian Keisinger lobt das Buch des Historikers Sven Felix Kellerhoff als Überblicksdarstellung zu den Ereignissen um den sogenannten "Röhm-Putsch". Wie der Terror von diesem Ereignis an zur Staatsräson wurde, kann der Autor laut Keisinger ebenso gut erläutern wie er die Geschehnisse chronologisch detailliert zu referieren vermag. Keisinger stellt fest, dass sich Kellerhoff stark auf die von Hitler persönlich angeordneten Maßnahmen gegen die SA-Führung konzentriert und auch den tragischen Verwechslungsfall um den Musikkritiker Willi Schmid behandelt. Die Bedeutung der Bluttaten vom 30. Juni 1934 als "historische Zäsur" kann der Autor für den Leser sichtbar machen, so Keisinger anerkennend.
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