Svetislav Basara

Führer in die innere Mongolei

Roman
Cover: Führer in die innere Mongolei
Antje Kunstmann Verlag, München 2008
ISBN 9783888975240
Gebunden, 128 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Serbischen von Partik Alac. Aufgebrochen mit dem Plan, einen Reiseführer der Mongolei zu schreiben, strandet der Erzähler an der Bar des Hotels Dschingis Khan in Ulan Bator. Dort erscheint ihm zwar nicht der Teufel, wohl aber der holländische Bischof Van den Garten, der im nahe gelegenen Bordell missioniert; ferner Chuck, ein amerikanischer Korrespondent, der für eine längst eingestellte Zeitschrift schreibt, der Lama Tichonov, der als Spitzel zum KGB übergewechselt ist, und während draußen auf dem Marktplatz gerade eine Hexenverbrennung stattfindet, sitzt Charlotte Rampling in der Lobby, blättert in der Times und trinkt Cappuccino.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.02.2009

Christoph Haas' Kritik an Svetislav Basaras Roman "Führer durch die innere Mongolei" fällt genauso knapp wie negativ aus. Folgt man dem Rezensenten, so reist das Alter Ego des Autors zunächst für Recherchen zu einem Reiseführer nach Ulan-Bator, wo er auf eine schräge Hotelgemeinschaft trifft, entlarvt seine kuriosen Erlebnisse in der Mongolei als Traum, der dann wieder als Stoff für einen Roman herhalten soll, an dem der Autor gerade schreibt. Witzlos, angestrengt, mit aus der "Mottenkiste" hervorgeholten "Metaeffekten", grollt Haas, der auch die darin verstreuten kulturkritischen Anmerkungen reichlich platt findet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2008

Ilma Rakusa hat sich bei der Lektüre von Svetislav Basaras "Führer in die innere Mongolei" erklärtermaßen nicht amüsiert, und das scheint sie dem serbischen Autor durchaus ein bisschen übel zu nehmen. Hauptproblem ist nach Ansicht der Rezensentin das Fehlen einer zusammenhängenden Geschichte im Verein mit einer vollkommen zügellosen Phantasie. Basara lässt einen Ich-Erzähler, einen Schriftsteller in der Schreibkrise, durch das Testament seines Freundes verpflichtet in die Mongolei reisen, mit dem Auftrag, einen Reiseführer zu verfassen. Dort erlebe er allerhand Merkwürdiges auf der "Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit", räsoniere über Gott, die Welt, Ästhetik und alles mögliche andere und beklage zudem äußerst larmoyant sein Schicksal und die Unmöglichkeit des Erzählens, stellt Rakusa indigniert fest. Der Autor ergehe sich in "Selbstbespiegelungen und verquasten Theorien", was sich bei allen Versuchen ironischer Brechung dennoch nicht gerade unterhaltsam lese, beschwert sich die Rezensentin. Das findet sie umso bedauerlicher, als dass der Roman passagenweise durchaus Basaras Humor und Erzähltalent unter Beweis stelle. Vielleicht, mutmaßt die Rezensentin abschließend, ist dieses 1992 entstandene Buch ja auch Ausdruck für die "kollektive Sinnkrise", aus der sich Serbien heute allerdings "zu befreien sucht".
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