Aus dem Französischen von Sonja Finck. Zwei Jungen, ein Mädchen - und das Meer
Sie müssen schnell weg aus Frankreich - und ihre Idee ist so einfach wie verrückt: Lucky, der Kleine und das in Saint-Malo neu hinzugekommene Mädchen wollen nach England segeln, über den Kanal - ohne überhaupt segeln zu können. Die drei Jugendlichen klauen sich ein altes Segelboot und hoffen, bald in Plymouth ein Bier zu trinken. Auf dem Boot aber ist es eng, der Himmel über dem Kanal schrecklich weit, die Überfahrt wird zur Irrfahrt: Übermüdet, hungrig, zerstritten und ohne klare Orientierung treiben sie auf dem Wasser.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2017
Rezensent Steffen Gnam erkennt in Sylvain Cohers Roman um drei junge Ganoven auf Irrfahrt nach England eine Ballade von Wellen und optischen Täuschungen, Illusionen und Humanismus und eine Hommage an die Außenseiter auf den Meeren. Wie der Autor sein modernes Märchen mit Mythen, Legenden, Rätseln und Ambivalenzen anreichert, gefällt Gnam. Auch wie Coher die Enge des Bootes, auf dem die Handlung spielt, mit der Weite des Meeres kontrastiert, erscheint dem Rezensenten faszinierend. Eine psychologisch intensive Mini-Odyssee, findet Gnam.
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