Eltern sind peinlich, findet Ari. Dass sie sich dauernd streiten, macht es das Ganze nicht besser.Ari hatte sowieso keine Lust mehr auf Sommerurlaub mit ihren Eltern. Darauf, mit Papa an übervollen Stränden rumzuhängen, sich Mamas Vorträge über längst vergessene Tempel anzuhören oder die ganze Zeit die Streitereien der beiden mitzukriegen. Wie viel toller wäre es, wenn sie allein mit Elif verreisen könnte. Dann würden sie selbst bestimmen, was sie tun wollen, endlos reden oder einfach bis zur nächsten Insel schwimmen.Aber dann hätte sie auch Pegasos nicht kennengelernt, der mit dem Mofa durch die engen Gassen kurvt und Ari zum Träumen bringt. Von Morgen und von eigenen Reisen.Wieder gelingt es der vielfach preisgekrönten Autorin Tamara Bach die Gefühle und Gedanken ihrer jugendlichen Protagonistin ganz genau einzufangen, mit ungewöhnlichen Beobachtungen und einer zurückgenommenen, glasklaren Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023
Man kann nicht alle Probleme Jugendlicher auf die Pubertät schieben, liest Rezensent Fritjof Küchemann angeregt bei Tamara Bach: Ihr Buch spielt während einer einzigen Urlaubswoche, die die 13-jährige Ari mit ihren Eltern in Griechenland verbringt, die aufdeckt, dass die Eltern ziemlich mit sich selbst beschäftigt sind und gar nicht mitbekommen, was das mit ihrer Tochter macht. Die fühlt sich von ihnen vernachlässigt und gleichzeitig so, als stünde sie ständig unter ihrer Knute, das setzt sich für Küchemann auch als Gefühl bei der Lektüre durch. Er kann gut verstehen, dass Ari anfängt, sich selbst Freiräume zu schaffen und etwas zu rebellieren. Überzeugend wird das Buch für ihn vor allem durch die Kunst der Autorin, Gefühle klar und Unsicherheiten nachvollziehbar zu machen, sodass der Kritiker lernt, dass Pubertät nicht heißen muss, dass die Jugendlichen sich komisch benehmen, sondern eher, dass sie die Merkwürdigkeiten ihrer Eltern zu erkennen lernen - ein großes Leseerlebnis, schließt er.
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