Tarquin Hall

Wo die Elefanten sterben

Cover: Wo die Elefanten sterben
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783455093346
Gebunden, 303 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Thorsten Schmidt. Ein Arbeitselefant im Nordosten Indiens dreht durch, greift Dörfer an und tötet Dutzende von Menschen. Solche Einzelgänger, Goondas genannt, wurden meist von ihren Besitzern falsch behandelt, brechen aus und entwickeln sich zu unberechenbaren Killern. Die einzige Möglichkeit, ihnen Einhalt zu gebieten, ist, sie zu erschießen. Diesen Tötungsauftrag übernimmt Dinesh Choudhury, Indiens berühmtester Elefantenexperte. Tarquin Hall verschafft sich die Genehmigung, an der Jagdexpedition teilzunehmen, und es beginnt eine Reise durch das Land Assam auf den Spuren des Goonda. Eine Reise, die einen Haufen ebenso schrulliger wie liebenswerter Gestalten zu einem Team zusammenschweißt, das nur ein Ziel vor Augen hat: den Auftrag zu erfüllen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2001

Das Buch hätte so interessant sein können, bedauert Ilija Trojanow. Immerhin hat sich der Autor, der Journalist Tarquin Hall, mit den Schattenseiten der in westlichen Gefilden so romantisierten und verniedlichten Dickhäuter auseinandergesetzt und Menschen, die wild gewordene und wirklich gefährliche Elefanten jagen, begleitet. Doch die Safari der anderen Art verspricht mehr, als man im Buch nachlesen kann, beklagt sich Trojanow. Kaum zu glauben, dass Hall bereits seit drei Jahren für die Nachrichtenagentur AP in Indien als Korrespondent arbeitet. Denn sein Buch strotze vor Unkenntnis über Ethnologie, Glauben und Lebensverhältnisse der Inder, ärgert sich Trojanow und führt zahlreiche Beispiele für die Unkenntnis und Ignoranz des Autors an. Und auch sprachlich, "ein Lexikon der abgegriffenen Metaphern", stößt die Reportage auf Kritik. Trojanow weiß gar nicht, über wen sie sich mehr aufregen soll, über den Autor oder über den Übersetzer. Schade, meint der Rezensent, denn "so verdirbt der behäbige Stil, die schlampige Übertragung und die nachlässige Redaktion anhaltend die Freude an einer prinzipiell lesenswerten Geschichte".
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