Transsexualität ist mehr als persönliche Betroffenheit und Erfahrung einzelner. Das dritte Geschlecht hat, wie könnte es anders sein, eine Geschichte. Diese aufzuspüren, machte sich die Ethnologin Eva Fels nach Indien auf, um das Leben und die Mythen transsexueller Gemeinschaften einzufangen und für interessierte Lesende aufzubereiten. Geworden ist daraus ein Buch über das dritte Geschlecht, gesehen mit den Augen einer Betroffenen und konfrontiert mit der Aussagekraft indischer Mythologie.
Die transsexuelle Ethnologin Eva Fels habe sich mit den indischen Hijras (Männer, deren Geschlechtsorgane entfernt wurden) eines interessanten Gegenstands angenommen, meint Wolfgang Müller, der der Autorin aber auch einige Schwächen attestiert. In Indien würden laut Fels Transsexuelle keinem Geschlecht zugeordnet, was teils positiv zu bewerten sei, jedoch auch mit einer ausgeprägten gesellschaftlichen Ächtung einhergehe. Leider lasse sich die Autorin bei ihrem Umgang mit den alltäglichen Problemen der Menschen zu allzu westlichen Ratschlägen a la "nur zu sich selbst stehen" hinreißen, bedauert der Rezensent, der bei der Autorin zudem ein aus dem Kolonialismus bekanntes Verhaltensmuster entdeckt: "die bekannte Sehnsucht des westlichen Individuums nach der verlorenen Gesamtheit und hemmungslosen Ekstase".
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