Aus dem Kanadischen von Bea Reiter. Er weiß nicht, wie er wirklich heißt. Seit Neustem nennt er sich Danny Dellomondo. Er ist 15 und von Geburt an auf der Suche nach sich selbst. Doch er hat ein Talent: von der Mutter verstoßen, aufgewachsen ohne Identität, kann er in jede Rolle schlüpfen. Als es mal wieder brenzlig wird, gibt er sich für den seit drei Jahren vermissten Danny aus. Sie sind im gleichen Alter, sonst ähneln sich die Jungen kaum. Dennoch glaubt die Familie Dellomondo sofort, in ihm ihren Sohn wiedergefunden zu haben. Ist seine Täuschung wirklich so echt oder hat auch die Familie etwas zu verbergen? Als er begreift, was hier gespielt wird, ist es fast schon zu spät.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2015
Roswitha Budeus-Budde findet überaus lobende Worte für den "sezierend kritischen Blick", mit dem Ted Staunton das Soziogramm einer kanadischen Kleinstadt entwirft. Selbst wenn der Psychothriller um einen kleinkriminellen Jugendlichen, der sich mithilfe einer falschen Identität als vermeintlich verschollener Sohn in eine ihm fremde Familie einnistet, auf einer wahren Begebenheit beruhe, so erkennt die Rezensentin doch auch eine raffinierte eigene Dramaturgie in diesem Roman, am Ende gar einen "bemerkenswerten literarischen Schachzug". Dieser hebe "Who I am not" über das Genre des Krimis hinaus. Und nicht zuletzt überzeugen Budeus-Budde auch die knappe, dialogreiche Sprache sowie Bea Reiters Übertragung ins Deutsche.
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