Herausgegeben von Dirk Baecker, Peter Krieg und Fritz B. Simon. Der terroristische Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon hat ein überdeutliches und grausames Nein zur bestehenden Gesellschaft zum Ausdruck gebracht. Die Art und Weise, wie der zutage getretene Konflikt ausgetragen wird, scheint eine Neuordnung der Gesellschaft nach sich zu ziehen. In diesem Buch versuchen die Autoren nach literarischen, soziologischen und systemischen Möglichkeiten, den Konflikt darzustellen, ohne für eine der beteiligten Seiten Stellung zu beziehen.
Carl Schmitt, der derzeit wieder zum wichtigsten Stichwortgeber eines Diskurses avanciert, der das Politische mit der Entscheidung zwischen Freund und Feind gleichsetzt, hätte nach Ansicht von Rezensent Jan Engelmanns für einen Präventivschlag der USA gegen eine "Achse des Bösen" nicht viel übrig gehabt. Gleichwohl dürfe er als "Prophet der Pax americana" gelten, weil er die unbegrenzten "neuen Kriege" mit ihren Strafexpeditionen gegen aufmüpfige Vasallen und "global insurgents" sehr genau vorhersah. So verweist William Rasch nach Darstellung Engelmanns in dem von Dirk Baecker, Peter Krieg und Fritz B. Simon herausgegebenen Band "Terror im System" auf Schmitts Bewunderung für die "erstaunliche Leistung" der USA, ihr nationales Interesse als universelle Menschenrechtspolitik auszugeben. Wie Engelmann ausführt, besteht für Rasch die Hegemonie der Supermacht darin, die Leitdifferenz von innen/außen "zu einer moralisch und rechtlich bestimmten Unterscheidung zwischen annehmbar/unannehmbar" (Rasch) umzugestalten. Doch damit ist noch gar nichts entschieden, hält Engelmann entgegen, zumal auch die neuen Barbaren eine höhere Moral und sogar das Völkerrecht für sich beanspruchten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.09.2002
Martin Hartmann bespricht drei Sammelbände, die sich mit den Terroranschlägen von 11. September 2001 beschäftigen und sieht sie als Repräsentanten der bereits nach einem Jahr auf Hochtouren laufenden "Theoriemaschine". In diesem Band, an dem er den systemtheoretischen Ansatz hervorhebt, macht er als Grundgedanken die These aus, dass die USA durch ihre Politik die Terrorakte des 11. September selbst hervorgebracht haben. Der Rezensent betont, dass dies nicht zur Rechtfertigung des Terrors herangezogen wird, sondern lediglich zur Erklärung der Verbindung des Terrors mit den "Prinzipien der westlichen Moderne". Den "leidenschaftlichen Antiamerikanismus", der sich daraus in einigen Aufsätzen ergibt, kann Hartmann allerdings nur mit einem "Lächeln in den Mundwinkeln" quittieren. Ihm fällt zudem auf, dass es keinem der Autoren gelingt, sich auch in andere Blickwinkel als die der "westlichen Welt" hineinzudenken.
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