Der achtzehnjährige Pole Jerzy Bielecki trifft im Sommer 1940 mit dem ersten Gefangenentransport als politischer Häftling in Auschwitz ein. Er schafft es, die folgenden gefährlichen Monate zu überstehen, lernt die Tricks, sich im KZ durchzuschlagen, wird Lagerschlosser und schließlich "Vertreter des Buchhalters". Er verliebt sich in das Mädchen Cyla Cybulska, das in der Schreibstube Mehlsäcke flickt. Etwas Wunderbares geschieht 1943 im Vernichtungslager Auschwitz: ein Flirt auf dem "Boden der Hölle". Doch als Jüdin hat Cyla keine Chance und die Gaskammern arbeiten zu dieser Zeit schneller als die Krematorien ? die Ausrottungsmaschinerie der Deutschen läuft auf Hochtouren. Die beiden beschließen zu fliehen. Der Fluchtversuch gelingt, doch Cyla und Jerzy werden auseinandergerissen. Nach der Nazizeit sind beide davon überzeugt, das der andere tot ist. 1983 erfahren sie, daß ihre vermeintlich unwiederbringliche Liebe noch lebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2000
Nichts Halbes und nichts Ganzes sei dieses Buch des Spiegel-Redakteurs Thielke über die Flucht und Rettung eines jungen Paares aus Auschwitz, beschwert sich die Rezensentin Christa Gebhardt. Thielke habe sich zwischen Reportage, Dokumentation, Bericht und Roman nicht entscheiden können und daher, so ihr Urteil, ist aus der guten Absicht, ein Buch über die Liebe in Auschwitz zu schreiben, nichts rechtes geworden. Der Umgang mit Emotionen sei aus Angst vor der möglichen Verfälschung der Tatsachen übervorsichtig; wenn Thielke dann aber, notgedrungen, Dialoge erfindet, so die Rezensentin, dann bleiben sie nicht selten "oberflächlich" oder geraten "manchmal sogar platt". Die Liebesgeschichte werde allzu ausführlichem "Geschichtsunterricht" untergeordnet, bei den Gründen für das Scheitern der Liebe habe der Autor an der entscheidenden Stelle nicht weiterrecherchiert.
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